Was ist Progesteron?
Progesteron, auch Corpus-luteum-Hormon oder Gelbkörperhormon genannt, ist ein Hormon, das im Eierstock (Ovar) gebildet wird. Angeregt wird die Produktion durch das Luteinisierende Hormon (LH), das aus dem Vorderlappen der Hirnanhangdrüse (Hypophysenvorderlappen) stammt.
Nach dem Eisprung beginnt die verbliebene Eihülle, der sogenannte Follikel damit, deutlich vermehrt Progesteron zu produzieren. Es sorgt dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut sich entfaltet und stärker durchblutet wird. Damit ist sie gut auf die Einnistung eines befruchteten Eis vorbereitet. Die Körpertemperatur steigt in dieser Zyklus-Phase leicht an.
Ist die Frau schwanger geworden, produziert der Follikel in den ersten Wochen weiterhin Progesteron. Nach einer Übergangsphase übernimmt die Plazenta diese Aufgabe um die zwölfte Schwangerschaftswoche vollständig. Das Progesteron verhindert, dass weitere Eier im Eierstock heranreifen. Ist die Frau jedoch nicht schwanger geworden, bildet sich der Gelbkörper zurück, so dass immer weniger Progesteron produziert wird. Schließlich kommt es zur Menstruation.
Progesteron wird in geringem Maße zusätzlich in der Nebennierenrinde produziert – beim Mann dazu noch in den Hoden. Progesteron fördert die Beweglichkeit der Spermien und ihre Fähigkeit, in die Eizelle einzudringen.
Welcher Wert ist normal?
In der ersten Zyklushälfte liegt die Progesteronkonzentration im Blut bei bis zu 0,3 µg/l. Nach dem Eisprung, in der Lutealphase, beträgt die Konzentration zwischen 1,2 und 15,9 µg/l. Nach der Menopause ist nur noch bis zu 0,2 µg/l nachweisbar.
In der Schwangerschaft sind folgende Werte normal:
1. Drittel: 2,8 bis 147,3 µg/l
2. Drittel: 22,5 bis 95,3 µg/l
3. Drittel: 27,9 bis 242,5 µg/l.
In den ersten zwölf Schwangerschaftswochen ist ein Serumspiegel von mindestens 10 µg/l notwendig, damit die Schwangerschaft aufrechterhalten wird.
Beim Mann beträgt die Progesteronkonzentration bis zu 0,2 µg/l.
Wann steigt der Wert?
Der Wert steigt nach dem Eisprung und in der Schwangerschaft an.
Wann ist der Wert zu niedrig?
Bei einer sogenannten Corpus-luteum-Insuffizienz zum Beispiel produziert der Gelbkörper zu wenig Progesteron. Mögliche Folgen: Es kann zu Zyklusstörungen, etwa verkürzten Abständen zwischen den Monatsblutungen, kommen. Oder eine gewünschte Schwangerschaft bleibt aus. Es sind verschiedene Ursachen möglich. Manchmal liegen sie zum Beispiel im Gelbkörper selbst oder darin, dass der Hypophysenvorderlappen zu wenig Luteinisierendes Hormon produziert.
Eine Gelbkörperschwäche lässt sich nach dem Eisprung durch zwei bis drei Blutentnahmen im Abstand von jeweils drei bis vier Tagen feststellen. Betragen mindestens zwei Progesteron-Werte über 8 µg/l, gehen Ärzte von einer normalen Gelbkörperfunktion aus.
Kurz gesagt:
Progesteron ist das Hormon, das die Gebärmutter auf die Schwangerschaft vorbereitet und der Aufrechterhaltung der Schwangerschaft dient.
Wichtig: Die Referenzwerte sowie die ermittelten Werte können sich von Labor zu Labor unterscheiden. Bevor Sie sich durch abweichende Ergebnisse verunsichern lassen, bitten Sie daher Ihren Arzt, Ihnen Ihre persönlichen Daten zu erklären. Einzelne Laborwerte alleine sind zudem meistens nicht aussagekräftig. Sie müssen im Zusammenhang mit anderen Werten und im zeitlichen Verlauf beurteilt werden.
Dr. med. Dunja Voos / www.apotheken-umschau.de; 02.12.2011, aktualisiert am 14.12.2011
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