banner.jpg
  • Apotheker Dr. Frank Haenel
  • Unterstr. 17
  • 06493 Harzgerode
  •  
  • Telefon: 039484/91679
  • Fax: 039484/91680
  • Kostenlose Servicenr.:
  • 0800/3345566
Anmelden | Registrieren
Drucken

Kupfer

Die Messung der Kupferwerte ermöglicht es, ein Zuwenig oder Zuviel des Spurenelements im Blut zu erkennen. In Kombination mit anderen Laborwerten erlaubt dies zum Beispiel Rückschlüsse auf Kupfer-Speicherkrankheiten wie den Morbus Wilson

Was ist Kupfer?

Kupfer nimmt als Spurenelement lebenswichtige Funktionen im Körper wahr. Unter anderem ist es unentbehrlich für die Energiegewinnung der Zellen mit Sauerstoff (sogenannte Zellatmung). Dem Körper genügen geringe Mengen, ein Zuviel an Kupfer kann ihn schädigen. Der Kupferbestand liegt normalerweise nur bei etwa 80 bis 150 Milligramm. Das Spurenelement findet sich vor allem in der Leber, aber auch Muskeln, Knochen und das Gehirn speichern es. Aus den Depots geht es ganz nach Bedarf ins Blut über. Bei Stress-Situationen wie Krankheiten oder Infektionen benötigt der Körper mehr Kupfer, ebenso in der Schwangerschaft. Überschüssiges Kupfer gibt die Leber an die Galle ab. Den größten Teil scheidet der Darm aus, ein kleiner Anteil verlässt den Körper über die Nieren.


Kupfer ist im Körper an Eiweißstoffe gebunden, vor allem an Coeruloplasmin, ein Transportmittel und Enzym zugleich. Kupfer-Eiweiß-Verbindungen spielen eine wichtige Rolle bei der Sauerstoffverwertung und beim Elektronentransport, eine Art Katalysatorfunktion. Bei Überschüssen fällt freies Kupfer an. Es kann biologisch hochaktive, zellschädigende Sauerstoffverbindungen erzeugen, sogenannte freie Radikale.

Welcher Kupfer-Wert ist normal?

Die Normwerte für Kupfer schwanken je nach Alter und Geschlecht erheblich. Hier Angaben zur Orientierung:

Bei Erwachsenen beträgt der normale Kupfer-Blutspiegel zwischen 74 und 131 µg/dl. Dabei liegen die Werte bei Frauen im oberen Bereich; Frauen haben einen erhöhten Kupferbedarf. Zudem steigt der Kupferspiegel unter der Einnahme von weiblichen Geschlechtshormonen (Östrogenen) deutlich. Der „Normalwert“ ist dann etwa doppelt so hoch.

Im Urin gelten aber die gleichen Werte wie bei Frauen, die keine Hormone einnehmen.

Im über 24 Stunden gesammeltem Urin sind Kupferwerte unter 60 µg (beziehungsweise unter 67 µg/gKrea) normal (Erwachsene).

Bei Kindern im ersten Lebensjahr liegt der Normbereich für Kupfer im Blut zwischen 40 und 80 µg/dl. Frühgeborene haben höhere Werte als reif geborene Babys.

Wann ist der Kupfer-Wert zu niedrig?

Bestimmte Krankheitsbilder gehen mit einem erniedrigten Kupfer-Spiegel einher. Dazu gehören vor allem der Morbus Wilson (Wilson-Krankheit, Kupferspeicherkrankheit) und das Menkes-Syndrom – zwei erbliche, eher selten vorkommende Kupfer-Stoffwechselkrankheiten.  

Bei Morbus Wilson kann die Leber Kupfer nicht ausreichend an die Galle abgeben. Zugleich ist die Bildung des Eiweißstoffes Coeruloplasmin gestört. Ist die Veränderung gering ausgeprägt, können Krankheitssymptome fehlen. Daher ist die Dunkelziffer der Erkrankung hoch. In anderen Fällen sammelt sich Kupfer in der Leber und in anderen Körpergeweben an, etwa in den Augen und im Gehirn. Mögliche Folgen sind vor allem Leber- und Gehirnschäden. Eine rechtzeitige Therapie kann die Überflutung mit Kupfer bremsen und Schädigungen vorbeugen. Die Erkrankung kann ab dem sechsten Lebensjahr auffallen, zum Beispiel in Form einer Leberentzündung, später kommen neurologische Störungen hinzu. Ein typisches Krankheitsmerkmal an den Augen ist der sogenannte Kayser-Fleischer-Ring, ein bräunlicher Pigmentring am Hornhautrand.

Beim Menkes-Syndrom ist die Produktion eines bestimmten Eiweißes im Körper defekt. Das hat einen ungeordneten Kupfertransport in den Körperzellen mit Verteilungsungleichgewichten zur Folge. Die Störung beruht auf Genveränderungen, die das an X-Chromosom gebunden sind. Die betroffenen Kinder, ausschließlich Jungen (häufig ehemalige Frühchen), gedeihen schlecht und haben wegen der schnell fortschreitenden Nerven-, Gefäß- und Gehirnschäden nur eine Lebenserwartung von wenigen Jahren. Die Kinder fallen unter anderem durch dünnes, extrem brüchiges und nahezu farbloses Haar auf.

Der seltene erbliche Coeruloplasmin-Mangel führt ebenfalls zu einem niedrigen Kupferspiegel.

Auch die Ernährung beeinflusst den Kupferhaushalt. Bei Aufnahme großer Mengen Zink (mehr als 50 mg pro Tag; der normale tägliche Bedarf wird auf etwa zwei bis vier Milligramm geschätzt) gelangt weniger Kupfer über den Darm in den Körper. Diesen Effekt macht man sich bei der Therapie der Wilson-Krankheit zunutze. Wer Zink als Nahrungsergänzungsmittel zu sich nimmt, sollte sich stets an die Gebrauchsinformationen halten oder den Arzt beziehungsweise Apotheker dazu befragen.

Ein Kupfermangel kommt nur sehr selten vor, etwa bei ausgeprägten Darmerkrankungen. Dabei treten aber meist umfassende Mangelerscheinungen auf. Möglich sind dann zum Beispiel eine Blutarmut und Knochenschäden.

Wann ist der Kupfer-Wert zu hoch?

Ist der Körper starkem Stress ausgesetzt, wird mehr Kupfer aus den Speichern ins Blut geholt. Nehmen Frauen weibliche Geschlechtshormone (Östrogene) ein, steigt der Kupferspiegel, genauso in der Schwangerschaft.

Ein zu hoher Kupfer-Wert im Blut hat alleine keine Aussagekraft. Er kann bei einer Vielzahl von Erkrankungen erhöht sein (zum Beispiel bei Diabetes mellitus, Infektionen oder Krebserkrankungen), ohne dass dies den Verlauf oder die Behandlung der Krankheit beeinflusst. Zudem sind Mediziner sich bislang nicht einig, ob hohe Kupferwerte für sich genommen, also ohne zugrunde liegende Stoffwechselstörung, schädlich sind oder nicht.

Wer in sehr alten Gebäuden mit nie erneuerten Wasserleitungen lebt, könnte über das Trinkwasser aus kupferhaltigen Leitungen größere Mengen Kupfer zu sich nehmen. Relevant ist dies vor allem für Patienten mit einer Kupferspeicherkrankheit. Ihnen wird empfohlen, das Trinkwasser analysieren zu lassen.


Kurz zusammengefasst:

Kupfer ist ein Spurenelement. Zu viel Kupfer schädigt den Körper. Zink senkt die Kupferaufnahme im Darm. Bedeutsame, wenn auch eher seltene Krankheiten mit einem gestörten Kupfer-Stoffwechsel sind der Morbus Wilson und das Menkes-Syndrom. Um Kupfer-Blutwerte zu bewerten, beziehen Ärzte andere Parameter wie das Coeruloplasmin und natürlich auch mögliche Krankheits-Symptome mit ein.

Wichtig: Die Referenzwerte sowie die ermittelten Werte können sich von Labor zu Labor unterscheiden. Bevor Sie sich durch abweichende Ergebnisse verunsichern lassen, bitten Sie daher Ihren Arzt, Ihnen Ihre persönlichen Daten zu erklären. Einzelne Laborwerte alleine sind zudem meistens nicht aussagekräftig. Sie müssen im Zusammenhang mit anderen Werten und im zeitlichen Verlauf beurteilt werden.



Dennis Ballwieser; 04.12.2011, aktualisiert am 14.12.2011

Newsletter abonnieren

Hier können Sie unseren kostenlosen Newsletter abonnieren »

Wie oft grillen Sie in den Sommermonaten?

Sudoku

Die beliebte japanische Knobelei in unendlichen Variationen hier online spielen »

Memo-Spiele

Unsere Kartenaufdeck-Spiele, das ähnlich wie das klassische Memory® funktioniert »

Medikamentencheck

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen von Arzneien überprüfen »

Vorsorge-Rechner

Welche Vorsorgeuntersuchung können Sie wann in Anspruch nehmen? Unser Rechner sagt es Ihnen »

© Wort & Bild Verlag GmbH & Co KG

Weitere Online-Angebote des Wort & Bild Verlages

Senioren Ratgeber mit Informationen rund um Krankheiten, Medikamente, gesund alt werden, altersgerechtes Wohnen, Pflege und Finanzen
Diabetes Ratgeber mit den Schwerpunkten Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2: Symptome, Behandlung und Ernährung bei Zuckerkrankheit
Baby und Familie mit Themen rund um Schwangerschaft, Geburt, Vorsorge, Kinderkrankheiten, Homöopathie und Erziehung