Was ist Bilirubin?
Der gelbe Gallenfarbstoff Bilirubin bildet sich beim Abbau des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin. Er wird hauptsächlich über die Galle in den Darm ausgeschieden, in geringerem Umfang auch über die Nieren.
Bilirubin und ähnliche Verbindungen geben dem Urin, aber auch dem Stuhl seine Farbe. Ärzte unterscheiden direktes Bilirubin, das an die wasserlösliche Glukuronsäure gebunden ist und so über die Nieren ausgeschieden werden kann, und das indirekte Bilirubin, das frei im Blut zirkuliert.
Welcher Wert ist normal?
Beim gesunden Erwachsenen liegen die Werte bis 1,2 mg/dl (21 µmol/l). Bei Neugeborenen können deutlich höhere Werte auftreten. Das direkte Bilirubin liegt beim gesunden Erwachsenen unter 0,25 mg/dl. Die Normbereiche hängen auch geringfügig vom Alter ab. Ab einer Bilirubinkonzentration von 2 mg kommt es zur Gelbsucht, das heißt, Haut und Augenschleimhaut färben sich sichtbar gelb.
Wann steigt der Wert?
Die zahllosen Ursachen einer erhöhten Bilirubin-Konzentration im Blut lassen sich in zwei Gruppen unterteilen: Entweder ist die Bildung von Bilirubin erhöht, etwa weil vermehrt rote Blutkörperchen zugrunde gehen, oder aber die Ausscheidung des Gallenfarbstoffs ist verringert, etwa aufgrund einer Leberentzündung oder wegen eines Staus der Gallenflüssigkeit.
Kurz gesagt:
Bilirubin entsteht beim Abbau des roten Blutfarbstoffs. Die Substanz wird hauptsächlich über den Stuhl, aber auch über den Urin ausgeschieden. Ein Anstieg der Konzentration im Blut kann viele Ursachen haben und führt zur Gelbsucht.
Wichtig: Die Referenzwerte sowie die ermittelten Werte können sich von Labor zu Labor unterscheiden. Bevor Sie sich durch abweichende Ergebnisse verunsichern lassen, bitten Sie daher Ihren Arzt, Ihnen Ihre persönlichen Daten individuell zu erklären.
Dr. Martin Allwang / www.apotheken-umschau.de; 09.06.2008, aktualisiert am 21.12.2011
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