Der kubanische Cocktail „Mojito“ erhält seinen typischen Geschmack durch Pfefferminzblätter. Ihr Aroma verleiht auch Bonbons, Kaugummis, Drops und Schokoladen eine erfrischende Note. Der Name „Minze“ soll mit einer griechischen Sage zu tun haben. So hat angeblich die Nymphe Minthe die Göttin der Unterwelt, Proserpina, aus Eifersucht in eine Pflanze verwandelt – die Minze.
Obwohl Minzarten schon einst den Pharaonen ins Grab beigelegt wurden, entstand die eigentliche Pfefferminze erst im 17. Jahrhundert aus verschiedenen Kreuzungen. Bald danach wurde sie auch als Heilpflanze verwendet.
Die Pfefferminze (Mentha piperita) wächst bis zu 90 Zentimeter in die Höhe und treibt vierkantige Stängel aus. An diesen befinden sich gegenständige Blätter, die schmaleiförmig bis lanzettlich aussehen. Am Rand sind sie grob gezähnt. In den Blattachseln sitzen blassrosa bis lila gefärbte Blüten, die Scheinähren bilden. Beim Zerreiben der Blätter riecht die Pflanze aromatisch. Pfefferminze gehört zu den Lippenblütlern (Lamiaceae) und blüht von Juli bis September. Sie wird in großen Teilen Europas und Amerikas angebaut.
Zur Aufbereitung als pflanzliche Arznei dienen die Pfefferminzblätter. Sie enthalten zu 0,5 bis vier Prozent ätherisches Öl. Es setzt sich hauptsächlich aus den Substanzen Menthol, Menthylacetat, Menthon und Menthofuran zusammen.
Die wirksamen Inhaltsstoffe befinden sich im ätherischen Öl – dem Pfefferminzöl. Es regt über verschiedene Mechanismen die Verdauung an und bewirkt, dass mehr Gallensäuren gebildet werden. Ein Pfefferminztee kann dadurch gegen Magen-Darm-Beschwerden wie Völlegefühl und Blähungen helfen.
Das ätherische Öl entspannt außerdem die Muskulatur der Darmwand. So kann es Bauchkrämpfe lindern, wie sie zum Beispiel bei einem Reizdarmsyndrom auftreten.
Wer Pfefferminzöl in die Haut einmassiert, verspürt einen kühlenden Effekt. Vermutlich regen die Inhaltsstoffe des Öls Kälterezeptoren in der Haut an. Dieser Vorgang soll zugleich dort befindliche Schmerzfasern unempfindlicher machen, weshalb die Heilpflanze als Hausmittel gegen Spannungskopfschmerzen gilt: Betroffene massieren die Schläfen dazu direkt mit dem verdünnten Öl ein oder träufeln es vorher auf ein Tuch, um dieses zu verwenden.
Inhalieren lässt sich Minzöl auch. Ähnlich wie andere Heilkräuter, die ätherische Öle enthalten (Thymian, Eukalyptus, Rosmarin), kann es festsitzenden Schleim aus den Bronchien lösen. Außerdem fördert das Öl dessen Abtransport. Dadurch kann Pfefferminze die Atemwege bei Schnupfen und Husten befreien helfen.
Wenden Sie Pfefferminzöl nie unverdünnt an – weder innerlich noch äußerlich. Auf der Haut kann das konzentrierte Öl zu Reizungen führen. Innerlich kann es zu Magen-Darm-Beschwerden kommen.
Nebenwirkungen: Wer Zubereitungen aus Pfefferminze hochdosiert als Kapsel oder Ähnliches einnimmt, kann darauf mit Übelkeit und Erbrechen reagieren. Manchmal tritt auch Sodbrennen auf. Wer Probleme mit der Galle hat, sollte das Heilkraut nicht einnehmen.
Achtung: Der Inhaltsstoff Menthol kann bei Säuglingen und Kleinkindern Atemnot auslösen, wenn er in die Nähe von Mund oder Nase gerät. Deshalb Pfefferminzöl nicht auf die Brust massieren und das Kind auch nicht daran riechen lassen. Fragen Sie beim Arzt oder in der Apotheke nach geeigneten Mitteln.
Tipp: Lassen Sie sich zu Dosierung und Anwendung in der Apotheke beraten.
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05.08.2005, aktualisiert am 03.04.2012
Bildnachweis: W&B/Bert Bostelmann
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