Die Passionsblume besitzt eine symbolische Bedeutung: Sie soll die Leiden Christi darstellen. Die Blüte weist drei Narben auf, die Nägeln ähneln. Der purpurrote Kranz lässt sich mit der Dornenkrone vergleichen, die fünf Staubblätter stehen für die Wundmale. Passionsfrüchte gelten als exotische Delikatesse, sie schmecken süß-säuerlich und kommen in verschiedenen Sorten vor – zum Beispiel als Maracuja oder Granadilla. Die Pflanze stammt aus den Tropen und wurde im 17. Jahrhundert als Zierpflanze auch in Europa eingeführt. Doch erst etwa 300 Jahre später setzten Heilkundige den Kletterstrauch als Arzneipflanze ein – gegen nervöse Unruhe.
Die Passionsblume (Passiflora incarnata) ist ein Kletterstrauch, der einen bis zu fünf Meter langen, dünnen Stängel ausbildet. Die Blätter bestehen aus drei tiefen Lappen, am Rand sind sie gesägt. Die Blätter ordnen sich wechselständig an. In den Blattachseln bilden sich Ranken aus, dort sitzen auch die lang gestielten Blüten. Sie werden bis zu acht Zentimeter groß und können weiß, rot oder violett gefärbt sein. Innerhalb der Blumenkrone befindet sich ein purpurroter Kranz aus Nebenblättern, in dessen Mitte drei große Blütennarben. Die Frucht sieht beerenartig und gelblich aus. Die Passionsblume gehört zu den Passionsblumengewächsen (Passifloraceae) und blüht von Juli bis September. Wild wächst sie im südlichen Nordamerika sowie in Mittel- und Südamerika.
Als pflanzliche Arznei dient das Kraut, also alle Pflanzenbestandteile außer der Wurzel. Es enthält etwa 2,5 Prozent Flavonoide, unter anderem die Substanzen Isovitexin und Schaftosid. Außerdem kommen Zuckerstoffe und geringe Mengen an ätherischem Öl vor.
Zubereitungen aus Passionsblumenkraut besitzen angstlösende und beruhigende Eigenschaften – das zeigen Laborversuche. Welche Inhaltsstoffe die Wirkungen hervorrufen, konnten Forscher bislang noch nicht klären. Ebenso ist über den Wirkmechanismus wenig bekannt. Versuche weisen daraufhin, dass Passionsblume mit Botenstoffen im Gehirn wechselwirkt.
Laut Studien können Passionsblumenextrakte bei nervöser oder ängstlicher Unruhe und Reizbarkeit hilfreich sein. Die Heilpflanze kann auch das Einschlafen erleichtern. Hierfür wird sie meist mit ähnlich wirkenden Kräutern wie Baldrian oder Hopfen kombiniert.
Derzeit sind keine Nebenwirkungen bekannt.
Tipp: Lassen Sie sich zu Dosierung und Anwendung in der Apotheke beraten.
www.apotheken-umschau.de;
05.08.2005, aktualisiert am 03.04.2012
Bildnachweis: W&B/Annette Falck
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