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Heilpflanzen-Lexikon:
Mutterkraut

Zubereitungen aus Mutterkraut sollen einem Migräne-Anfall vorbeugen können. Wissenschaftlich belegt ist diese Wirkung jedoch nicht


Mutterkraut (Tanacetum parthenium)

Mutterkraut sieht der Kamille ähnlich und ist auch mit dieser verwandt. Die Pflanze findet sich – wohl wegen ihres hübschen Aussehens – häufig in Gärten. Schon in der Antike setzten Heilkundige das Mutterkraut als pflanzliche Medizin ein. Es sollte Geburtsschmerzen lindern. Daher stammt wohl auch der deutsche Name. Gegen Fieber und Rheuma wurde die Heilpflanze ebenfalls verwendet. Im Englischen heißt Mutterkraut "Feverfew", was auf die fiebersenkende Wirkung hindeutet.

Wie sieht die Heilpflanze aus und wo kommt sie vor?

Mutterkraut (Tanacetum parthenium) wird etwa 30 bis 100 Zentimeter hoch und besitzt einen aufrechten verzweigten Stängel. Die Blätter ordnen sich wechselständig an und sind grün-gelblich gefärbt. Die Blütenköpfchen bestehen aus gelben Röhrenblüten und weißen Zungenblüten, sie stehen in lockeren Schirmrispen.
 Mutterkraut gehört zu den Korbblütlern (Asteraceae), blüht von Juni bis August und ist im östlichen Mittelmeerraum sowie Westasien beheimatet.


Welche Pflanzenteile und Inhaltsstoffe werden verwendet?

Das gesamte Kraut wird als Arznei verarbeitet, also alles außer der Wurzel. Es enthält 0,5 bis 0,9 Prozent ätherisches Öl, mit den Substanzen Kampfer und Chrysanthenylacetat als Hauptkomponenten. Daneben kommen zu 0,5 bis zwei Prozent Sesquiterpenlactone vor, unter anderem der Inhaltsstoff Parthenolid.

Was bewirken die Inhaltsstoffe? Wogegen hilft die Heilpflanze?

In Laborexperimenten zeigen Zubereitungen aus Mutterkraut verschiedene Effekte: Sie verringern die Freisetzung des Botenstoffes Serotonin aus Zellen, sie steuern Entzündungen entgegen und greifen hemmend in die Blutgerinnung ein. Forscher schreiben diese Wirkungen vor allem der Substanz Parthenolid zu.

Es gibt Hinweise darauf, dass Mutterkraut einem Migräne-Anfall vorbeugen kann, da Serotonin dabei wohl als Auslöser eine Rolle spielt. Bislang fehlen allerdings wissenschaftliche Beweise dafür.

Wichtige Hinweise:

Mutterkraut gilt als gut verträglich und ruft nur selten Nebenwirkungen hervor, wie zum Beispiel Magen-Darm-Beschwerden.
 Häufiger treten allergische Reaktionen auf. Dies gilt besonders für Menschen, die eine Allergie auf Korbblütler (Asteraceae) haben.

Schwangere und Stillende sollten Mutterkraut nicht anwenden.


Tipp: Lassen Sie sich zu Dosierung und Anwendung in der Apotheke beraten.



www.apotheken-umschau.de; 05.08.2005, aktualisiert am 01.03.2012
Bildnachweis: Image Source/RYF

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