Es juckt, zwickt und beißt – bei Juckreiz kommen Hauterkrankungen infrage und viele innere wie äußere Auslöser, mitunter auch die Psyche
Juckreiz, medizinisch Pruritus, ist das häufigste und zugleich vieldeutigste Symptom, das sich an der Haut abspielt. Von der flüchtigen Wahrnehmung oder dem akuten Reiz, der mitunter auch bezweckt, auf einen Plagegeist – zum Beispiel ein Insekt, einen Parasiten, Pilz oder Fremdkörper – aufmerksam zu machen (und ihn tunlichst zu vertreiben) über ständiges örtliches Jucken bis zur Qual am ganzen Körper gibt es viele Abstufungen.
Manchmal ist juckende Haut einfach auch nur sichtlich trocken und beruhigt sich bei intensiver Pflege wieder.
Juckreiz kann sogar auf optisch normaler Haut auftreten. In der Tat kommt dies bei einigen Hautkrankheiten vor, die sich auf diese Weise offenbaren und erst später mit weiteren Symptomen aufwarten. Häufiger wird er von Anfang von sichtbaren Veränderungen begleitet, etwa einem Ausschlag. Natürlich hinterlässt allein schon ständiges Kratzen unschöne Spuren: Die Haut wird verletzt, kann sich entzünden, eine andere Färbung annehmen und sogar vernarben. Daher sollte hartnäckiger Juckreiz möglichst bald medizinisch abgeklärt und behandelt werden.
Aber nicht nur deshalb und weil er wirklich unangenehm ist. Denn Juckreiz kann auch ein Warnzeichen für Krankheiten "unter der Haut" sein, insbesondere, wenn diese selbst unauffällig ist. Zu über fünfzig Prozent betrifft das innere Organe oder Organsysteme, beispielsweise die Leber, die Nieren, das Blut und den Stoffwechsel. Infrage kommen außerdem Infektionen und bösartige Erkrankungen.
Daneben können auch neurologische oder psychische Krankheiten, darunter die Magersucht (Anorexia nervosa), Allergien oder Unverträglichkeiten von Medikamenten – beispielsweise Antibiotika, Antidepressiva, Hormonpräparate oder entzündungshemmende Mittel – und zahlreiche Stoffe aus der Umwelt Juckreiz auslösen. Außerdem tritt Juckreiz häufiger in der Schwangerschaft auf.
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03.06.2008, aktualisiert am 26.10.2011
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