Zur Zeit erfordert die Wochenendplanung Spontaneität. Schneemann bauen oder Radtour – was steht an? Die Temperaturschwankungen sind extrem. Fühlt sich der Montag noch nach Frühling an, kann uns der Freitag bereits mit Schnee und Eis direkt in den Winter katapultieren. Ist das noch gesund?
"An sich sind die warmen Temperaturen nicht unbedingt negativ zu beurteilen", erklärt Dr. Christina Koppe vom Deutschen Wetterdienst in Freiburg. Die milde Witterung verleitet die Menschen dazu, mehr vor die Tür zu gehen und sich an der frischen Luft zu bewegen. Und das ist immer gesund.
Außerdem befinden wir uns laut Koppe immer noch im Komfortbereich. Das bedeutet, wir können uns mit Hilfe von Kleidung leicht an die wechselnden Temperaturen anpassen. Trotzdem schlägt manchen Menschen das warme Wetter aufs Gemüt. "Das liegt an der Erwartungshaltung", weiß die Medizin-Meteorologin. Im Januar rechnet man in Deutschland nun einmal mit Kälte und Schnee und nicht mit Frühlingswetter.
Aber dieser Punkt alleine rechtfertigt keine negative Beurteilung der Lage. Was allerdings Probleme bereiten kann, sind die drastischen Schwankungen. Besonders Menschen mit Vorerkrankungen macht ein Wechsel von warm zu kalt oder umgekehrt leicht zu schaffen. Koppe nennt ein paar Beispiele:
Eine plötzlicher Temperaturanstieg, ausgelöst durch eine Warmfront, kann unter anderem folgende Personengruppen negativ beeinflussen:
Ein plötzlicher Kälteeinbruch, ausgelöst durch eine Kaltfront, kann beispielsweise für folgende Menschen unangenehm werden:
Generell wirkt die Umstellung von wärmerer zu kälterer Witterung anregend. Außerdem können sich viele Menschen bei diesen Verhältnissen besser konzentrieren, haben mehr Elan und gute Laune.
Die Effekte der Temperaturschwankungen halten in der Regel nur kurz an. Sobald sich der Körper an die Wärme oder Kälte gewöhnt hat, pendelt sich alles wieder ein. Und viele Menschen bemerken auch extreme Schwankungen nicht körperlich. "Betroffen sind, wie gesagt, besonders oft Patienten mit einer Vorerkrankung oder auch solche, die gerade eine schwierige Lebenssituation durch machen", betont Koppe. Das kann beispielsweise großer Stress oder ein Trauerfall sein.
Wichtig ist: Wetter macht nicht krank! Es ist nur oft der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Wenn eine Person besonders stark unter den Witterungseinflüssen leidet, dann lohnt es sich, den Hausarzt zu konsultieren. In Ausnahmefällen kann die Wetterfühligkeit ein Warnzeichen sein. Vielleicht hat der Betroffene eine körperliche Erkrankung.
Sophie Kelm / www.apotheken-umschau.de;
20.01.2011
Bildnachweis: Thinkstock/iStockphoto
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