Gelb, rot, getupft oder mit Teddyohren oben drauf – was die Optik betrifft, scheint der Radhelmmarkt grenzenlos zu sein. Das ist auch gut so. "Nur wer seinen Helm leiden mag, setzt ihn auch tatsächlich auf." Das ist der erste Tipp von Bettina Cibulski, Pressesprecherin vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC).
Neben der Farbwahl gibt es beim Kauf aber noch weitere Punkte zu beachten. "Der Helm sollte von vornherein relativ fest, mittig und gerade auf dem Kopf sitzen", erklärt Cibulski. Es gibt zwar Verstellmöglichkeiten, aber die Grundform muss von Anfang an passen. Das heißt: Er darf nicht drücken, aber auch und nicht wackeln oder rutschen. Viele Modelle gibt es in drei verschiedenen Größen.
Der zweite Punkt betrifft die Stellriemen. Diese sollen jeweils vor und hinter dem Ohr verlaufen, nicht die Muschel kreuzen oder einschnüren. Der Gurt unterhalb des Kinns muss mittig sitzen. Verläuft er zu dicht am Hals, drückt er. Sitzt er zu weit vorne, ist der Helm nicht fest. Um all diese Punkte zu überprüfen, ist es wichtig, den Helm immer selber zu kaufen. "Mitbringen oder Versand-Bestellung funktioniert beim Radhelmkauf nicht", so Cibulski.
Am besten geht der Rad-Sportler in den Fachhandel. Die Verkäufer sind gut geschult und außerdem haben sie in der Regel eine größere Auswahl an Modellen. Cibulski rät zum Kauf von Markenprodukten: "Die paar Varianten aus dem Supermarkt passen nur in seltenen Fällen." Bei der Orientierung helfen auch die regelmäßigen Testberichte. Auf die unabhängigen Urteile kann man sich gut verlassen. Ganz wichtig ist, dass der Helm das GS-Zeichen trägt. Es steht für "Geprüfte Sicherheit".
Wer sollte einen Helm tragen?
Nun wissen wir, wie der Helm auszusehen hat. Aber wer soll ihn überhaupt tragen? "Jeder, der es möchte", antwortet Cibulski. Von einer allgemeinen Helmpflicht hält unsere Expertin nichts. Sie ist sich sicher, dass ein entsprechendes Gesetz nur dazu führen würde, dass viele Menschen lieber komplett auf das Radfahren verzichten, als den Kopfschutz zu tragen. Und je weniger Radfahrer unterwegs sind, desto gefährlicher wird es für die übriggebliebenen Strampler, da Autofahrer es dann nicht mehr gewohnt sind, Rücksicht zu nehmen.
Wie lange darf man den Kopfschutz verwenden?
"Nach ungefähr vier Jahren wird das Material porös, dann sollte man einen neuen Helm kaufen", rät Cibulski. Das gleiche gilt nach jedem ernsthaften Sturz. Hat der Helm einmal sein Soll erfüllt, hinterlässt das Spuren. Diese müssen nicht unbedingt sichtbar sein, trotzdem ist die Sicherheit des Trägers nach einem harten Aufprall nicht mehr gegeben. Rollt der Schädelschutz jedoch nur einmal sanft vom Tisch, dann muss er nicht ersetzt werden.
Zu guter Letzt: Mit einem Radhelm im Straßenverkehr ist man immer besser geschützt als ohne. Aber auch der dickste Sturzhelm ersetzt nicht die Aufmerksamkeit des Fahrers.
Sophie Kelm / www.apotheken-umschau.de;
24.06.2011
Bildnachweis: Thinkstock/Phototdisc
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