Probleme mit der Wirbelsäule kommen in allen Altersgruppen vor. Die Mehrzahl der Betroffenen hat unspezifische (funktionelle) Rückenschmerzen. Sie gehen von den aktiven Bewegungselementen – das ist die Rückenmuskulatur –, und den passiven Haltestrukturen, den Sehnen und Bändern, aus. Es kommt in diesen Bereichen zu Verspannungen, Verhärtungen und Reizungen. Funktionelle Rückenschmerzen reagieren gut auf rechtzeitige Haltungskorrektur oder gezielte Übungen.
An der Mehrzahl aller funktionell bedingten Schmerzen im Rücken sind Fehlbelastungen im Alltag schuld: Heben oder Tragen zu schwerer Lasten, dauernde Überkopfarbeit (zum Beispiel Malerarbeiten), Tätigkeiten mit ständig gebeugtem Oberkörper oder häufigem Bücken, Sitzarbeit in falscher Position, übertriebener Sport oder aber Bewegungsmangel.
Funktionelle Beschwerden im Bereich des Rückens betreffen hauptsächlich die Altersstufe der 30- bis 50-Jährigen. Doch sind inzwischen auch immer mehr Schüler – zwei von drei zwischen zehn und sechzehn Jahren –, Leidtragende. Schuld daran: zu viel Sitzen, zu wenig Ausgleich durch körperliche Aktivität, sodann Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas). Hier wirken Ernährung und Bewegung Hand in Hand, im Guten wie im Schlechten. Positiv ausgedrückt: Gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung oder moderate sportliche Aktivität sind gute Helfer, um Übergewicht und Rückenschmerzen zu vermeiden oder in den Griff zu bekommen. Mehr zum unspezifischen Rückenschmerz im Kapitel Ursachen (1).
Spezifische Rückenschmerzen
Rückenschmerzen bei Erkrankungen, Verletzungen oder Verformungen der Wirbelsäule, bei bestimmten, rheumaähnlichen Muskel- und Bindegewebskrankheiten oder vielen anderen Erkrankungen werden "organisch" oder "spezifisch" genannt. Erkrankungen der Wirbelsäule nehmen mit dem Alter zu.
Dasselbe gilt für verschleißbedingte Krankheiten wie Arthrose, die auch den kleinen Wirbelgelenken zusetzen und so beträchtliche Rückenschmerzen machen kann. Wirbelgelenkarthrosen gehören also ebenfalls zu den spezifischen Auslösern von Rückenschmerzen – selbst dann, wenn sie Folge funktioneller Störungen (Dauerbelastung) sind.
Werden Rückenschmerzen von Symptomen wie Fieber, Müdigkeit, Gelenkschmerzen oder -schwellungen, Nervenstörungen, Veränderungen des Körpergewichts oder Blutes begleitet, so ist das immer verdächtig auf eine spezielle Erkrankung, die sich entweder am Rücken selbst abspielt oder ihn mit einbezieht.
Die Kapitel Ursachen (2), Diagnose (2) und Therapie (2) / Selbsthilfe informieren Sie genauer über spezifische Rückenschmerzen.
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13.09.2005, aktualisiert am 03.04.2012
Bildnachweis: Jupiter Images GmbH/Bananastock
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