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Rückenschmerzen
Diagnose und Therapie bei unspezifischen Rückenschmerzen

Meistens lassen sich diese Rückenschmerzen – die häufigsten überhaupt – mit einfachen diagnostischen und therapeutischen Mitteln erkennen und behandeln


Wohltuend: Massage fördert die Durchblutung und wirkt entspannend

Diagnose hier: vor allem klinisch

Die Diagnose ergibt sich aus dem akuten Beschwerdebild, der „Rückengeschichte“ und allgemeinen Krankengeschichte des Patienten sowie einer gründlichen körperlichen Untersuchung. Dabei setzt der Arzt auch verschiedene Bewegungstests ein. Ob der Ischiasnerv tatsächlich in Bedrängnis ist oder ob „nur“ eine pseudoradikuläre Situation vorliegt, lässt sich meist durch eine genauere neurologische Untersuchung beantworten. Pseudoradikulär bedeutet, dass beispielsweise Missempfindungen in einem Hautareal oder eine Schmerzausstrahlung ins Gesäß, ins Bein oder in den Arm vorhanden sind, ohne dass die entsprechende Nervenwurzel am Rückenmark geschädigt ist. Die Beschwerden ahmen eine Nervenwurzelreizung nur nach.

Beengt dagegen vorgewölbtes oder vorgefallenes Bandscheibengewebe eine Nervenwurzel, dann handelt es sich bei den damit verbundenen Schmerzen um ein radikuläres Schmerzgeschehen (vgl. auch Kapitel „Ursachen (2)“, Abschnitte „Arthrose der Wirbelgelenke“ und „Bandscheibenvorfall“).

Ob zusätzlich zur körperlichen Untersuchung apparative Verfahren notwendig sind, entscheidet der Arzt anhand des Befindens und der klinischen Befunde des Patienten (siehe Kapitel „Diagnose (2)“).


Behandlung

Bei akuten funktionellen Rückenschmerzen, einer Iliosakralgelenkblockierung oder einem unkomplizierten Hexenschuss wird der Arzt einfache, aber meist sehr wirkungsvolle Selbsthilfemaßnahmen empfehlen: vorübergehende Schonung zu Hause, eventuell auch Stufenbettlagerung (siehe Kapitel "Therapie (2)"). Oft genügt auch wiederholtes Entlasten in Rückenlage für etwa zehn Minuten mit einem kleinen Stützkissen unter dem Kreuz, Nacken und den Kniegelenken zum Ausgleich der Wölbungen (Lordosen) und besseren Entspannen der Muskeln.

Allerdings geht es meist doch nicht ohne die kurzfristige Einnahme eines Schmerzmittels oder Anwendung eines Wärmepflasters. Physikalische Therapiemaßnahmen (Physiotherapie) wie Massage, Strombehandlung (Elektrotherapie) und langsam aufbauende Krankengymnastik mit dem Ziel, die Bauch- und tiefen Rückenmuskeln – das sind diejenigen, die die Wirbelsäule halten – zu stärken, bringen den Rücken dann meistens wieder ins Lot.

Genügt das nicht, kommt eventuell eine mobilisierende Behandlung (Chiro- oder Manualtherapie) infrage, insbesondere bei Blockierungen. Dies setzt jedoch eine exakte körperliche, oft auch bildgebende Untersuchung der Wirbelsäule voraus, um sicher zu sein, dass die „Manipulationen“ nicht schaden. Mehr zu diesen Methoden ebenfalls im Kapitel „Therapie (2)“.



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www.apotheken-umschau.de; 13.09.2005, aktualisiert am 03.04.2012
Bildnachweis: Corbis Images/ RYF

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