Ob Müsli oder Schnitzel: schön, wenn der Magen klaglos und zuverlässig verarbeitet, was er tagtäglich angeboten bekommt. Doch manchmal macht er sich durch Beschwerden bemerkbar: mit Völlegefühl nach einem Stück Sahnetorte, mit Sodbrennen nach einer süßen Schleckerei oder mit Schmerzen bei Stress. Jeder Vierte leidet wiederholt unter solchen Problemen.
Oft hilft es, mehr Entspannung in den Alltag zu bringen. Sinnvoll sind auch pflanzliche Kombinationspräparate, die Heilkräuter wie Bittere Schleifenblume und Kamille enthalten. Der Humanbiologe Professor Michael Schemann von der Technischen Universität München urteilt: „Bei der Behandlung funktioneller Magen-Darm-Erkrankungen, denen häufig mehrere Ursachen zugrunde liegen, sind sie vielversprechend.“
Entspannung bei Stress
Dass der Magen in enger Verbindung zum vegetativen Nervensystem steht, erfahren manche Menschen sehr deutlich. Sie reagieren mit Schmerzen und Übelkeit auf Stress oder auf Auslöser, die sich oft nicht eindeutig einordnen lassen. Experten gehen von einer Überempfindlichkeit der Magennerven aus. Selbst normale Verdauungsvorgänge können sich unangenehm und schmerzhaft bemerkbar machen. Entspannungsmethoden, Psychotherapie oder eine Hypnotherapie bringen oft Erleichterung. Als besonders wirksam gilt die „auf den Bauch gerichtete“ Hypnose. Dabei sollen beruhigende Bilder, etwa ein träge dahinfließender Fluss, die Magen-Darm-Funktion normalisieren.
Strategien gegen Säure
Es kann die Tasse Kaffee zu viel sein, ein spätes Geschäftsessen oder eine besondere Anfälligkeit: Die Magenschleimhaut bildet vermehrt Magensäure. Völlegefühl, Übelkeit und Sodbrennen sind die unangenehmen Folgen. Das hilft: Sogenannte Antazida – meist Aluminiumsalze – binden überschüssige Magensäure. Es gibt sie frei verkäuflich als Gel, Lutsch- oder Kautabletten. Bewährte Säurebremsen sind auch H2-Rezeptorenblocker und Protonenpumpenhemmer, die Sie zum Teil ohne Rezept in der Apotheke bekommen. Tipp: Halten Sie sich bei fetten und süßen Speisen, Alkohol und Kaffee zurück.
Schwere Kost leicht verdaut
Der Sonntagsbraten vom Mittag bereitet noch am Abend Probleme, und auf die Cremetorte verzichtet man vorsichtshalber gleich: Wenn sich nach fettem Essen Unwohlsein, Übelkeit und Völlegefühl einstellen, liegt die eigentliche Ursache häufig woanders. Die Leber produziert zu wenig Gallensaft, der die Fettteilchen aus dem Nahrungsbrei aufspaltet. Bewährte Pflanzenauszüge, etwa aus Pfefferminze, Gelbwurz oder Artischocke, unterstützen die Bildung und Freisetzung von Galle. Wässrige Auszüge aus Artischockenblättern gibt es als Fertigarznei. Verschiedene Studien belegen die Wirksamkeitbei funktioneller Dyspepsie, so der medizinische Fachbegriff für die Oberbauchschmerzen. In einer Studie mit 160 Patienten nahmen die Teilnehmer sechs Wochen lang einen Artischocken-Extrakt. 74 Prozent berichteten von einer deutlichen Besserung der Beschwerden, die sich im Durchschnitt nach elf Tagen zeigte.
Wichtig: Verdauungsprobleme, die anhalten oder immer wiederkehren, sollten vom Arzt abgeklärt werden!
Maria Haas / Apotheken Umschau;
18.10.2010, aktualisiert am 22.12.2010
Bildnachweis: Getty Images/Look
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