Viren sind tüchtige Kollegen: Erst kommt die Grippe, dann folgen die Fieberblasen (zum Glück aber nicht immer!)
Lippenbläschen werden durch Herpes-simplex-Viren ausgelöst. In zwei Dritteln der Fälle ist das Herpes-simplex-Virus Typ 1 (HSV-1) dafür verantwortlich, das restliche Drittel wird vom HSV Typ 2 verursacht. Die erste Ansteckung – unbemerkt oder beispielsweise mit Symptomen wie Mundfäule verlaufend – fällt meist in die Kindheit. Das Virus kann langfristig in Nervenstrukturen überleben und durch Stress-Situationen sozusagen „aufgeweckt“ (reaktiviert) werden. Verstärkte Sonnenbestrahlung kann ein solcher Stressfaktor sein, ebenso eine andere Virusinfektion wie zum Beispiel die Grippe (Influenza). Auch emotionaler Stress kann schlummernde Herpes-simplex-Viren wieder auf den Plan rufen.
Solange die Bläschen bloß an den Lippen auftreten, kommt es meist zu keinen größeren Beschwerden. Wenn sie sich aber in der Mundschleimhaut ausbreiten, kann das schmerzhaft werden und Schwierigkeiten beim Essen verursachen. Zudem besteht die Gefahr einer zusätzlichen bakteriellen Besiedelung mit normalerweise harmlosen Bakterien der Haut oder Schleimhaut (zum Beispiel Staphylokokken).
Prof. Dr. med. Margitta Worm
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surfmed/GesundheitPro;
29.03.2007, aktualisiert am 26.06.2010
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