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Akute Leukämie:
Therapie

Häufigste Behandlungsmethode bei einer akuten Leukämie stellt die Chemotherapie dar


Eine Chemotherapie erfolgt meist in spezialisierten Zentren

Ziel der Behandlung ist die Heilung, also die Leukämiezellen dauerhaft zu eliminieren und eine normale, gesunde Blutbildung wiederherzustellen. Die Behandlung sollte so rasch wie möglich beginnen, da sich der Gesundheitszustand ohne Therapie rasch verschlechtern kann. In Abhängigkeit von dem zu erwartenden Rückfallrisiko wird die Therapie unterschiedlich intensiv gestaltet.

Die Behandlung einer akuten Leukämie sollte in einer Klinik durchgeführt werden, die sich mit der Therapie von Leukämien gut auskennt. Für viele Patienten besteht die Möglichkeit, im Rahmen von Therapiestudien behandelt zu werden.

Die Behandlung beginnt mit der sogenannten Induktionschemotherapie. Mit dieser soll die Krankheit so weit zurückgedrängt werden, dass im Knochenmark und im Blut keine  Leukämiezellen mehr nachweisbar sind.  Dann sprechen Experten von einer kompletten Remission. Weil die Leukämiezellen bei der akuten lymphatischen Leukämie nicht selten das Gehirn befallen, erhalten alle diese Patienten vorbeugend eine Behandlung, die auch das Zentralnervensystem (ZNS) erreicht. Hierfür werden geringe Dosen der Chemotherapie direkt in die Rückenmarksflüssigkeit verabreicht (intrathekale Chemotherapie). Diese ZNS-Prophylaxe wird in der Regel im Rahmen der Induktionstherapie durchgeführt.


Danach schließt sich als zweite Phase eine Intensivierungsbehandlung an – auch Konsolidierungstherapie genannt. Ziel dieser Therapiephase ist es, die mit der Induktionstherapie erreichte Remission zu erhalten und eventuell im Körper verbliebene, unentdeckte  Leukämiezellen zu zerstören.

Den dritten Block der Chemotherapie stellt die Erhaltungstherapie dar, die bis zu zwei Jahre andauern kann. Darin können auch intensivere Behandlungsphasen, sogenannte Reinduktionen, eingebaut sein. Bei der akuten myeloischen Leukämie ist der Nutzen einer mehrjährigen Erhaltungstherapie umstritten.

Der Stellenwert einer Blutstammzelltransplantation in der Erstbehandlung der akuten Leukämien wird international unterschiedlich beurteilt und in klinischen Studien untersucht.

Bei einem Rückfall stellt eine Knochenmark- beziehungsweise Blutstammzelltransplantation eine wichtige Behandlungsmöglichkeit dar. Dabei wird zunächst das patienteneigene Knochenmark mithilfe einer sehr intensiven Chemotherapie und einer eventuellen Strahlentherapie komplett zerstört, um nach Möglichkeit alle Leukämiezellen zu vernichten. Anschließend werden dem Betroffenen gesunde Stammzellen eines Spenders übertragen. Diese sollen die Blutbildung wiederherstellen. Zudem greifen die gesunden Blutzellen des Spenders noch vorhandene Leukämiezellen an und eliminieren diese (Transplantat-versus-Leukämie-Effekt).

Zusätzlich zur Chemotherapie ist auch eine unterstützende (supportive) Behandlung wichtig. Sie kann bei Bedarf helfen, Nebenwirkungen und möglichen Komplikationen der Erkrankung und Therapie vorzubeugen oder diese zu behandeln. Dazu gehören beispielsweise Transfusionen von roten Blutkörperchen (Erythrozytenkonzentrate) und Blutplättchen (Thrombozytenkonzentrate) sowie die Gabe von Antibiotika und Mittel gegen Pilzinfektionen. Ebenso zählt die Gabe von Wachstumsfaktoren dazu, welche die Bildung weißer Blutkörperchen nach einer intensiven Chemotherapie  anregen.

Zusätzlich zur Standardtherapie empfehlen manche Ärzte ergänzend eine Misteltherapie, ein Verfahren aus dem Bereich der Alternativen Heilverfahren. Diese Therapie soll die Nebenwirkungen einer Chemotherapie verringern, die Lebensqualität des Erkrankten steigern und die Funktionen des Immunsystems normalisieren beziehungsweise aktivieren. Mögliche negative Folgen, wie eine eventuelle Aktivierung der Leukämie, sind jedoch nicht ausgeschlossen. Ein Nutzen ist derzeit nach heutigen wissenschaftlichen Standards nicht belegt.

Die Prognose bei einer akuten Leukämie hängt stark von klinischen Faktoren, wie beispielsweise dem Alter der erkrankten Person, und den genetischen Eigenschaften der Leukämiezellen ab. Eine komplette Rückbildung der Leukämie (komplette Remission) kann bei erwachsenen Patienten mit akuter myeloischer Leukämie in 60 bis 70 Prozent der Fälle erreicht werden. 30 bis 40 Prozent der Betroffenen werden dauerhaft geheilt.

Von erwachsenen Patienten mit akuter lymphatischer Leukämie kommen neun von zehn Patienten in eine komplette Remission, aber nur etwa vier von zehn Patienten können mit der zur Zeit zur Verfügung stehenden Behandlung dauerhaft geheilt werden. Sechs von zehn Patienten erleiden einen Rückfall.

Bei Kindern sind die Heilungschancen deutlich besser.



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Mehr Infos im Netz unter

www.apotheken-umschau.de; 13.09.2005, aktualisiert am 31.10.2011
Bildnachweis: BrandX/RYF

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