Form der physikalischen Behandlung, die zur Linderung von Beschwerden und Krankheiten Wärme zuführt. Mit der äußeren Wärmeapplikation werden nur die oberen Gewebeschichten (bis ca. 3 cm) erreicht, in tiefere Strukturen dringt die z. T. ähnlich wirkende Elektrotherapie ein. Durch die Wärmebehandlung kommt es zur lokalen Durchblutungssteigerung, Steigerung der Stoffwechselaktivität, Schmerzhemmung und Entspannung der Muskulatur. Die Wärmebehandlung wird hauptsächlich angewendet als vorbereitende Maßnahme für Krankengymnastik und Massage und zur Linderung von chronischen Beschwerden im Bewegungsapparat, z. B. durch Arthrosen, degenerative Wirbelsäulenveränderungen oder Muskel- und Sehnenerkrankungen. Nicht angewendet werden darf die Wärmebehandlung bei akuten Entzündungen, Durchblutungsstörungen und Thrombosen. Bei Herzerkrankungen und Gefühlsstörungen der Haut muss die Wärmebehandlung sehr vorsichtig dosiert werden. Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, dem Körper Wärme zuzuführen, z. B. als Moor- und Schlammpackungen (Peloide), heiße Teilbäder, Teil- oder Ganzkörperwickel oder feucht-heiße Kompressen (Wickel und Auflagen), heiße Rolle, Ultraschallbehandlung, Hochfrequenztherapie und Infrarottherapie. Die lokale Wärmebehandlung wird auch in der Krebsbehandlung eingesetzt, hier meist in Kombination mit einer Chemotherapie. Fieber wirkt als natürliche Wärmebehandlung.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 09.12.2010
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