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Typhus

Typhus,
Typhus abdominalis, Bauchtyphus:

schwere Allgemeinerkrankung mit hohem Fieber und Durchfällen, verursacht durch Infektion mit Bakterien der Art Salmonella typhi, die v. a. in Ländern mit niedrigem Hygienestandard vorkommt. Der ähnliche, aber milder verlaufende Paratyphus wird durch einen verwandten Keim, Salmonella paratyphi, ausgelöst. Beide Erkrankungen sind nach dem Bundesseuchengesetz meldepflichtig.

Ursache: Die Typhuserreger werden sowohl von Erkrankten als auch von gesunden Personen, welche die Krankheit bereits überstanden haben (Dauerausscheider), mit dem Stuhl ausgeschieden. Direkter Kontakt mit Erkrankten ist relativ ungefährlich, allerdings sollten z. B. nach dem Händeschütteln die Hände gereinigt werden. Die Bakterien verursachen eine Geschwürbildung der Darmwand, dringen in die Blutbahn vor und gelangen so in fast alle Körperorgane.

Befund: Etwa zwei Wochen nach Ansteckung beginnt die Erkrankung mit Kopf- und Gliederschmerzen sowie allgemeinem Krankheitsgefühl. Die Körpertemperatur steigt treppenförmig an und erreicht nach ca. einer Woche ein Fieberplateau um 40 °C. Die Kranken neigen in diesem Stadium zu Verstopfung und sind oft benommen oder verwirrt. Zu Beginn der 2. Woche treten manchmal charakteristische, linsengroße, rötliche Flecken (Roseolen) auf der Bauchhaut auf, die bei Ausübung von Druck abblassen. Erst ab Mitte der zweiten Woche haben die Kranken erbsenbreiartige, oft auch blutige Durchfälle. Bleibt die Erkrankung unbehandelt, fällt das Fieber in der 4. Woche langsam wieder ab.

Oft kommt es zu bedrohlichen Herz-Kreislauf-Störungen oder Nierenversagen, Darmblutungen oder Durchbrüchen der Darmgeschwüre in die Bauchhöhle. Eher selten sind Hirnhautentzündungen (Meningitis) oder Knochenmarkentzündungen (Osteomyelitis). Sehr bedrohlich ist die Überschwemmung des Blutes mit Erregern (Salmonellensepsis).

Die Diagnose erfolgt durch Erregernachweis im Blut und ab der zweiten Woche auch im Stuhl oder Urin. Auch Antikörperbestimmungen (Widal-Reaktion) sind üblich.

Behandlung: Die Behandlung sollte wegen der häufigen Komplikationen stets im Krankenhaus erfolgen und umfasst eine fortlaufende Stützung von Herz und Kreislauf sowie die Einnahme von Antibiotika. Die Kranken müssen isoliert werden, Wäsche und Ausscheidungen werden laufend desinfiziert. Von großer Bedeutung ist die Identifizierung und Behandlung der gesunden Dauerausscheider, denn sie stellen die Hauptinfektionsquelle dar. Erst nach 3 Stuhlproben ohne Erreger gelten sie als frei von Salmonellen. Die Kontrolle der Dauerausscheider ist Aufgabe der Gesundheitsämter.

Bei Reisen in Risikogebiete (fast alle tropischen und subtropischen Länder) sollte zuvor eine aktive Schutzimpfung, z. B. mit Typhim Vi ®, erfolgen, die einen 70–80-prozentigen Schutz bietet. Darüber hinaus gelten die allgemeinen Vorbeugungsmaßnahmen für Tropenreisende (Reisen).


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 09.12.2010

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