banner.jpg
  • Apotheker Dr. Frank Haenel
  • Unterstr. 17
  • 06493 Harzgerode
  •  
  • Telefon: 039484/91679
  • Fax: 039484/91680
  • Kostenlose Servicenr.:
  • 0800/3345566
Anmelden | Registrieren
Drucken

Schädel-Hirn-Trauma

Schädel-Hirn-Trauma,

Abk. SHT:

kombinierte Verletzung von Kopfschwarte, Schädel und Gehirn. Jede Verletzung des Kopfes, die das Gehirn mit einbezieht, wird als Schädel-Hirn-Trauma bezeichnet; es kann also kombiniert mit Schädelbasis-, Schädeldach- oder Mittelgesichtsbrüchen auftreten.

Einteilung und Befund: Die Einteilung erfolgt üblicherweise in drei Schweregrade. Die Glasgow-Koma-Skala ermöglicht die standardisierte Einschätzung des Schweregrades einer Bewusstlosigkeit nach Schädel-Hirn-Trauma. Die ältere Einteilung in Gehirnerschütterung, Gehirnprellung und Gehirnquetschung orientiert sich an der Ausprägung von Gewebsschäden des Gehirns, wie sie z. B. im Computertomogramm (CT) sichtbar sind. Bei der Gehirnerschütterung (Commotio cerebri) liegen solche Schädigungen nicht vor (SHT Grad I). Eine Gehirnprellung (Contusio cerebri) geht mit Hirnödem, evtl. auch mit gefährlichen Blutungen (Epiduralblutung, Subduralblutung) einher, die im CT nachgewiesen werden können. Je nach Ausprägung der Schäden kann sie in Verlauf und Prognose einem mittelschweren oder schweren Schädel-Hirn-Trauma entsprechen. Die Hirnquetschung (Compressio cerebri), die mit klinischen Symptomen der Hirndrucksteigerung einhergeht und oft ausgedehnte Druckschädigungen des Gehirns hinterlässt, entspricht einem schweren Schädel-Hirn-Trauma.

Schädel-Hirn-Trauma (SHT): Einteilung nach Tönnis und Loew
Schweregrad Dauer der Bewusstlosigkeit Krankheitssymptome
Leichtes SHT (Grad I) ≤ 5 Min., sofort einsetzend Evtl. Erinnerungslücke, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Schwindel, Kreislaufbeschwerden, Schwitzen und Zittern. Vollständige Rückbildung aller Symptome innerhalb von 5 Tagen
Mittelschweres SHT (Grad II) > 5 Min. Bewusstlosigkeit 5–30 Min., nachweisbar leichte organische Hirnschäden, völlige Heilung oder Rückbildung mit geringen bleibenden Schäden innerhalb von 30 Tagen
Schweres SHT (Grad III) > 30 Min. Substanzschädigung des Gehirns, teils schwere neurologische Störungen, evtl. Störung lebenswichtiger Funktionen durch Hirnstammbeeinträchtigung, stets bleibende Funktionsstörungen (z. B. epileptische Anfälle, Sprachstörungen, Lähmungen). Nicht selten tödliche Verläufe
Schädel-Hirn-Trauma: Glasgow-Koma-Skala zur Standardisierung der Schwere einer Bewusstlosigkeit
Kategorie Reaktion des Patienten Bewertung [Punkte]
Augenöffnen Spontan 4
Auf Ansprechen 3
Auf Schmerzreiz 2
Kein Öffnen 1
Sprachliche Reaktion Orientiert 5
Verwirrt, desorientiert 4
Unzusammenhängende Worte 3
Unverständliche Laute 2
Keine verbale Reaktion 1
Motorische Reaktion Befolgen von Aufforderungen 6
Gezielte Schmerzabwehr 5
Ungezielte Schmerzabwehr (Massenbewegungen) 4
Beugesynergien (Beugehaltung) 3
Strecksynergien (Streckhaltung) 2
Keine motorische Reaktion 1

Von großer Bedeutung ist auch die Unterscheidung zwischen gedeckter Hirnverletzung mit intakter harter Hirnhaut (Dura mater) und offener Hirnverletzung mit Durchtrennung der Dura mater. Letztere bedeutet eine offene Verbindung zwischen Gehirn und Außenwelt mit der Gefahr einer Infektion (Meningitis, Hirnabszess). Wichtiger Hinweis für ein offenes Schädel-Hirn-Trauma ist der Ausfluss von Liquor aus Ohr oder Nase.

Behandlung: Die Gehirnerschütterung bzw. das leichte Schädel-Hirn-Trauma erfordert lediglich eine kurzfristige Bettruhe. Die Behandlung mittelschwerer und schwerer Kopfverletzungen erfolgt meist auf Intensivstationen. Die Vorbeugung und Behandlung eines drohenden Hirnödems wird mit entwässernden Medikamenten wie z. B. Glycerin oder hoch dosierten Kortikoiden durchgeführt, evtl. kann eine Schädeltrepanation nötig werden.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 25.01.2012

Newsletter abonnieren

Hier können Sie unseren kostenlosen Newsletter abonnieren »

Medíkamente

 Wechselwirkungs-Check

Alle Krankheiten von A bis Z

Leicht verständliche Informationen zu Ursachen, Symptomen, Diagnose und Therapie von über 700 Krankheiten – alphabetisch sortiert von A wie Allergie bis Z wie Zahnfleischentzündung  »

Experten-Sprechstunde

Kompaktes Expertenwissen in über 1000 Fragen und Antworten: Unsere aktuelle Rubrik "Experten-Sprechstunde" bietet Informationen aus erster Hand zu den Gesundheitsproblemen unserer Zeit »

Symptome

Suchen Sie hier nach Symptomen und ihren Ursachen alphabetisch von A bis Z. Beachten Sie bitte auch den Hinweis rechts »

Laborwerte

Von CRP über TSH bis PSA – hier können Sie nachlesen, was häufige Abkürzungen und Fremdwörter in Ihrem Laborbericht bedeuten »

Diagnose-Vefahren

EKG, CT, MRT: Was verbirgt sich hinter solchen Kürzeln? medizinische Untersuchungen einfach erklärt – von Röntgen bis Herzkatheter »

Therapien von A bis Z

Von Chemotherapie über Logopädie bis Akupunktur: Wichtige Behandlungsverfahren im Überblick »

Laborwerte

Von CRP über TSH bis PSA – hier können Sie nachlesen, was häufige Abkürzungen und Fremdwörter in Ihrem Laborbericht bedeuten »

Das Heilpflanzen-Lexikon

Hier finden Sie einen Überblick über wichtige Arzneipflanzen von A bis Z »

© Wort & Bild Verlag GmbH & Co KG

Weitere Online-Angebote des Wort & Bild Verlages

Senioren Ratgeber mit Informationen rund um Krankheiten, Medikamente, gesund alt werden, altersgerechtes Wohnen, Pflege und Finanzen
Diabetes Ratgeber mit den Schwerpunkten Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2: Symptome, Behandlung und Ernährung bei Zuckerkrankheit
Baby und Familie mit Themen rund um Schwangerschaft, Geburt, Vorsorge, Kinderkrankheiten, Homöopathie und Erziehung