plötzliches oder allmähliches Erlöschen der Leberfunktionen.
Ursache: Häufige Ursachen für ein akutes Leberversagen sind eine plötzliche, heftig verlaufende Virushepatitis, das Einwirken chemischer oder pflanzlicher Gifte (Pilze), bestimmte Medikamente (z. B. Paracetamol oder Halothan) oder auch ein Schock. Hauptursache für den langsam fortschreitenden Funktionsverlust bei einem chronischen Leberversagen ist die Leberzirrhose.
Befund: Der Kranke leidet an einer Gallenstauung (Cholestasesyndrom mit Gelbsucht), Blutgerinnungsstörungen (sowohl unkontrollierbare Blutungen als auch überschießende Bildung von Blutgerinnseln), Zittern von Armen und Beinen (Flapping tremor) und Bewusstseinsstörungen als Folge der unzureichenden Entgiftung und Ausscheidung durch die Leber. Der Betroffene hat Fieber, Bauchwassersucht (Aszites) und riecht nach Ammoniak oder frischer Leber (Foetor hepaticus). Mögliche Komplikationen sind der Übergang in das Leberkoma, Magen-Darm-Blutungen, Unterzuckerung, Hirnödem, Schock oder Nierenversagen.
Auffälligste Veränderungen bei chronischem Leberversagen sind Bewusstseinsstörungen, geistige Verlangsamung, Merkstörungen, zunehmende Schläfrigkeit bis zum vollständigen Leberausfallskoma (hepatische Enzephalopathie).
Behandlung: Der Arzt versucht, die Leberfunktionen auszugleichen (z. B. durch Ersatz von Gerinnungsfaktoren) und einem Übergang des akuten Leberversagens in das Leberkoma vorzubeugen. Eine letzte Behandlungsmöglichkeit ist die Lebertransplantation.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 10.10.2011
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