entzündliche, durch eine Überempfindlichkeitsreaktion (Allergie) ausgelöste Erkrankung der Blutgefäße.
Ursache: Am häufigsten wird die Hypersensitivitätsvaskulitis durch Medikamente (z. B. Antibiotika, Ovulationshemmer, Zytostatika, Rheumamittel) verursacht; seltener, und dann v. a. bei Kindern, ist sie eine Spätreaktion auf einen viralen oder bakteriellen Infekt (Schoenlein-Henoch-Syndrom).
Befund: Im Frühstadium sind überwiegend kleine und kleinste Arterien der Finger und Zehen betroffen. Hier kommt es zu fleckigen, bläulichen Hautverfärbungen, stecknadelförmigen Einblutungen (Petechien) und vereinzelten Blasenbildungen. Meist beginnt die Erkrankung plötzlich, häufig mit begleitenden Gelenk- und Muskelschmerzen sowie allgemeinen Entzündungszeichen (z. B. Fieber, Abgeschlagenheit). Im Spätstadium können umschriebene, kleine Gewebsuntergänge (Nekrosen) bei einer ausgeprägten Entzündungsreaktion auftreten. Werden die Gefäße der inneren Organe in den Entzündungsprozess mit einbezogen, treten die Symptome der entsprechenden Organschädigung auf (z. B. Nierenversagen, Herzinfarkt). Es kommt zum raschen körperlichen Verfall des Betroffenen. Die Prognose in diesem Stadium ist schlecht, während die Hypersensitivitätsvaskulitis im Frühstadium bei rechtzeitiger Ausschaltung der auslösenden Ursache häufig spontan ausheilt.
Behandlung: Medikamente, die die Hypersensitivitätsvaskulitis auslösen können, müssen sofort abgesetzt werden. Evtl. ist es notwendig, die allergische Reaktion medikamentös zu unterdrücken sowie bei einem akuten Gefäßverschluss Blutgerinnsel aufzulösen.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 08.12.2010
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