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Hyperkalzämie

Erhöhung des Kalziumspiegels im Blut auf Werte über 2,8 mmol/l. Der Normalwert liegt bei 2,3–2,6 mmol/l. Das vermehrt anfallende Kalzium wird über den Urin ausgeschieden.

Ursache: In 60–70 % der Fälle ist die Hyperkalzämie durch bösartige Tumoren (mit und ohne Knochenmetastasen), in 20–25 % der Fälle durch eine Überfunktion der Nebenschilddrüsen (Hyperparathyreoidismus) verursacht. Selten liegen eine Vitamin-D-Vergiftung, die Einnahme harntreibender Mittel oder ein vermehrter Knochenabbau zugrunde.

Befund: Oft wird ein erhöhter Blutkalziumspiegel nur zufällig entdeckt, da er meist keine Symptome verursacht. Bei zunehmender Hyperkalzämie können Muskelschwäche, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Verstopfung, Herzrhythmusstörungen und vermehrtes Wasserlassen auftreten. In Geweben und Organen, z. B. in Nieren, Augen und Gelenkknorpeln, lagert sich Kalk ab.

Steigt die Kalziumkonzentration auf über 3,5 mmol/l, kommt es zu dem lebensbedrohlichen Krankheitsbild einer hyperkalzämischen Krise. Dabei werden massive Harnmengen ausgeschieden und es kommt zu extremem Durst, Erbrechen, Austrocknungserscheinungen, Fieber und Bewusstseinsstörungen. Es drohen Koma und Herzstillstand. Eine intensivmedizinische Behandlung ist schnellstmöglich erforderlich.

Behandlung: Im Vordergrund steht die Behandlung der Grundkrankheit und das Absetzen auslösender Medikamente. Bei symptomloser Hyperkalzämie mit geringgradiger Erhöhung des Kalziumspiegels führen eine kalziumarme Diät mit Verzicht auf Milch und Milchprodukte sowie ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu einer Normalisierung des Blutkalziums. Ist die Hyperkalzämie tumorbedingt, wird auch eine medikamentöse Behandlung erforderlich.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 08.12.2010

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