Reizzustand des Knochenfortsatzes (Epikondylus) eines Gelenks durch anhaltende mechanische Überbelastung an den Ansatzzonen der Sehnen.
Ursache: Beim sog. Tennisellenbogen (Epikondylitis humeri radialis) gehen die starken Schmerzen von der Streckmuskulatur des Unterarms aus, beim selteneren Golferellenbogen (Epikondylitis humeri ulnaris) von den Hand- und Fingerbeugern. Die Überbelastung kann entweder von einer lang anhaltenden, ständigen Beanspruchung (z. B. durch Maschineschreiben) oder durch eine einmalige, sehr starke Belastung (z. B. Tennis) herrühren. Auch Verletzungen (z. B. Stoß gegen den Ellenbogen) können eine Epikondylitis auslösen.
Befund: Die Gelenkfortsätze sind druck- und berührungsempfindlich. Die Schmerzen können bis in die Streck- bzw. Beugemuskulatur ausstrahlen und sich bei Beanspruchung weiter verschlimmern. Gelegentlich kommt es zu Schwellungen im Bereich des Gelenkfortsatzes.
Behandlung: Meist ist eine mehrwöchige Schonung des Gelenks notwendig. Eiskompressen und Heilerde-Packungen lindern die Beschwerden. Bei heftigen Schmerzen und bei Schwellung kann eine Schmerztherapie (z. B. durch Einspritzen eines Lokalanästhetikums in den Sehnenansatz) oder eine Behandlung mit kortisonfreien Antirheumatika erfolgen. Akupunktur, Elektrotherapie, Ultraschall oder Iontophorese unterstützen die Heilung. Bessern sich die Beschwerden unter dieser Behandlung nicht, kommen operative Maßnahmen oder Stoßwellen infrage. Auch nach Abklingen der Epikondylitis sollten die die Erkrankung auslösenden Tätigkeiten unterlassen werden, da das Krankheitsbild sonst erneut auftreten kann.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 08.12.2010
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