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Blutgerinnung

Erstarren des aus einem verletzten Blutgefäß ausgetretenen Blutes. Das Ergebnis ist ein fester Pfropf aus Fibrin und Blutbestandteilen (Blutgerinnsel, Thrombus), der das verletzte Gefäß verschließt und vor weiteren Blutverlusten schützt. Die Blutgerinnung kann auch krankhafte Ursachen haben, z. B. Störungen der Blutzusammensetzung oder Defekte der Gefäßinnenhaut (Gefäßendothel).

Bei der Blutgerinnung greifen drei Reaktionsabläufe ineinander. Erste Reaktion ist die Verengung des verletzten Blutgefäßes (Vasokonstriktion). Danach lagern sich Blutplättchen (Thrombozyten) an den Wundrändern des Defekts an: Es entsteht ein Thrombozytenpfropf (weißer Thrombus), der einen ersten provisorischen Gefäßverschluss bewirkt (Blutstillung). In der folgenden Blutgerinnungskaskade werden im Wesentlichen nacheinander die Vorstufen der wirksamen Blutgerinnungsfaktoren aktiviert. Diese Faktoren steuern die enzymatischen Reaktionen, mit denen ein faseriges Netz aus Fibrin gewoben wird, in dem sich u. a. rote Blutkörperchen fangen: Es entsteht ein roter Thrombus (endgültiger Thrombus). Am Ende der Blutgerinnung wird der Thrombus bindegewebig umgebaut (organisierter Thrombus) und die Wunde endgültig verschlossen.

Die Faktoren der Blutgerinnung
Faktor Namen Besonderheiten
I Fibrinogen  
II Prothrombin  
III Gewebsthromboplastin (Gewebsthrombokinase, Gewebsfaktor) Wird aus verletzten Gewebszellen freigesetzt und aktiviert den Faktor VII
IV Kalziumionen  
V Proakzelerin  
VI Akzelerin (Aktivierter Faktor V, Faktor Va)  
VII Prokonvertin Zusammen mit Faktor III Startpunkt des exogenen Systems; wird aktiviert von Faktor III
VIII Hämophiliefaktor A (antihämophiles Globulin) Mangel führt zum Auftreten der klassischen Bluterkrankheit (Hämophilie A)
IX Hämophiliefaktor B (Christmas-Faktor, Plasma-Thromboplastin-Component, PTC) Mangel führt zu der seltenen Hämophilie B
X Stuart-Prower-Faktor  
XI Hämophiliefaktor C (Rosenthal-Faktor, Plasma-Thromboplastin-Antecedent, PTA) Mangel führt zu hämophilieähnlichen Blutungen
XII Hagemann-Faktor Startpunkt des endogenen Systems
XIII Fibrinstabilisierender Faktor Verhindert vorzeitige Auflösung des Thrombus

Die meisten Faktoren werden in der Leber hergestellt, wofür diese u. a. Vitamin K benötigt. Eine erhöhte Blutungsneigung kann Folge eines Mangels an Gerinnungsfaktoren oder Vitamin K, von Lebererkrankungen oder einer Behandlung mit Gerinnungshemmern sein (Gerinnungsstörungen). Medikamente, die die Blutgerinnung hemmen, z. B. Heparin oder Vitamin-K-Antagonisten, können das Gleichgewicht zwischen der Blutgerinnung und ihrem Gegenspieler, der Fibrinolyse, stark beeinflussen.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 07.12.2010

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