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Was gegen Pigmentflecken hilft

Die besten Tipps gegen Pigmentstörungen – von Bleichcreme bis Blitzlampe


Manche finden sie hübsch, manche möchten sie gerne loswerden: Sommersprossen

Mit den braunen Pigmentstörungen ist es wie mit erweiterten Äderchen: Sie sind nicht gefährlich, aber äußerst unbeliebt. Und wie die roten Äderchen wird man auch die kleinen braunen Male nicht von allein los. Das erfordert schon einen maßgeschneiderten Behandlungsplan vom Hautarzt und fachmännischen Rat aus der Apotheke. Wer den Aufwand und die Kosten nicht scheut, hat beste Aussichten auf Erfolg. Die Ursache für die Flecke ist der Hautfarbstoff Melanin, der normalerweise gesunde Zellen vor dem Sonnenlicht schützt.

Doch gerade bei heller Haut und an Stellen, die immer viel Sonne abbekommen, können einzelne Pig­­mentzellen (Melanozyten) hyperaktiv werden und sich sogar vermehren. „Gleichzeitig funktioniert der Abtransport des Melanins nicht mehr reibungslos“, erklärt Dr. Cordula Ahnhudt, Fachärztin für ästhetische Dermatologie auf der Ferieninsel Mallorca. Vor allem an ­typischen „Sonnenterrassen“ wie Handrücken, Unterarmen und Dekolleté bilden sich rundliche bis linsenförmige braune Flecke (Lentigines). Anfangs lassen sich die zwei bis vier Millimeter großen Male noch zählen, später wachsen sie oft zusammen.


Neben dem Melanin mischt noch ein anderer Farbgeber mit: das Alterspigment Lipofuszin. Es besteht aus oxidierten, nicht entsorgten Abbauprodukten der Hautzellen. Die durch UV-Strahlung in der Haut gebildeten freien Radikale beschleunigen die Fleckbildung. Lebende Beweise dafür bekommt Cordula Ahnhudt in ihrem Therapiezentrum auf Mallorca täglich zu Gesicht. Allerdings sind darunter auch Patienten, die zuvor lichtempfindlich machende Mittel wie beispielsweise Östroge­ne eingenommen oder sich vor dem Sonnenbad mit Parfüm besprüht haben. In solchen Fällen kann sich die Haut flächig verfärben, oft an Stirn, Wangen und im Bereich der Oberlippe oder genau dort, wo der Duftstoff die Haut lichtempfindlich gemacht hat. Mediziner sprechen von Melasmen oder Chloasmen. „Eine Behandlung macht hier nur Sinn, wenn der Auslöser beseitigt wird“, sagt Ahnhudt. Manchmal spielen Pigmentzellen dort verrückt, wo die Haut gerade frisch verheilt ist.  

Um harmlose Pigmentflecke von Muttermalen oder bösartigen Hautveränderungen abzugrenzen, benutzen Dermatologen ein Auflichtmikroskop oder ein ­Videomikroskop. Letzteres vergrößert auffällige Pigmentflecke um das 70-Fache und macht schwarze ­Melanome, aber auch Vorstufen von hellem Hautkrebs sofort sichtbar. „Entscheidend ist die Früherkennung von bösartigen Veränderungen, dann sind sie zu 100 Prozent heilbar“, betont Cordula Ahnhudt und empfiehlt jedem, sich einmal pro Jahr einem Ganzkörper-Hautcheck zu unterziehen. Kann Hautkrebs ausgeschlossen werden, stehen viele Maßnahmen zur Verfügung, um die Pigmentstörungen wieder loszuwerden.

Je nachdem, wie zahlreich die Hyperpigmentierungen auftreten und wie sehr sie stören, sind sanfte Bleichcremes oder intensive Peelings und Laserbehandlungen die erste Wahl. Wer nur cremen will, bekommt in der Apotheke frei verkäufliche, niedrig konzentrierte Mittel oder kann sich stärker wirkende Cremes vom Arzt verschreiben lassen.

Zur Behandlung eignen sich die sonnenarmen Monate am besten. Vor allem bei flächigen Hyperpigmentierungen machen chemische Peelings Sinn, etwa mit Aminosäuren, Fruchtsäuren, Azelainsäure und Vitamin C. Sie beschleunigen die Abschilferung der obersten Hautschichten und wirken so aufhellend. Dermatologen raten oft zu einer Kombination aus Heimanwendung (zur Vorbereitung) und Behandlung beim Facharzt. Für gute Ergebnisse sind etwa drei Behandlungen im Abstand von zwei bis vier Wochen nötig.

In hartnäcki­gen Fällen hilft aufhellendes Hydrochinon in Kombination mit Vitamin-A-Säure (Tretinoin) und Hydrocortison. Die Anwendung ist aber nicht ganz unproblematisch: „Die Haut kann gereizt reagieren und sollte daher nicht zu lange damit belastet werden“, so Ahnhudt. Bewährt hat sich auch eine Intensivmaske mit Kojicsäure und Vitamin A. Sie bleibt, je nach Hauttyp, fünf bis acht Stunden auf der Haut. Anschließend wird die Haut drei Monate zu Hause weiterbehandelt.

Bei Altersflecken helfen diese Methoden nur bedingt, denn sie kommen gegen das Pigment Lipofuszin nicht an. Bei den kleinen Läsionen greifen Haut­ärzte lieber zum Laser oder zur IPL-Blitzlampe (IPL = intense pulsed light). Die kurzen, intensiven Lichtimpulse zerstören auch tief liegende Melanine. „Patienten mit Pigmentstörungen müssen geduldig sein. Eine einzelne Behandlung genügt in den wenigsten Fällen“, erklärt Ahnhudt. Nur die Lasertherapie geht mit ein bis zwei Sitzungen relativ schnell. Aber auch da braucht die Haut Nachsorge, vor allem intensiven Schutz vor der Sonne für vier bis sechs Wochen.



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Ulrike Kleiner / Apotheken Umschau; 02.12.2011, aktualisiert am 23.01.2012
Bildnachweis: Getty Images/Photographer's Choice

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