Schönheit kommt nicht nur aus Töpfen und Tiegeln. Auch naturkundliches Wissen lässt sich nutzen für ein gutes Aussehen. Alternative Verfahren wie die Homöopathie, Tinkturen aus Bachblüten oder Schüßler-Salze sollen auf den ganzen Organismus wirken, Körper und Geist gleichermaßen harmonisieren. Erleben lässt sich das bei ayurvedischen Massagen wie der Samvahana – Streicheleinheiten, welche die Haut sofort strahlen lassen. Den reichhaltigen Erfahrungsschatz alternativer Heilverfahren und anderer Kulturen können Sie trotzdem nutzen und herausfinden, was Ihrer Haut besonders guttut.
Alternative Medizin für eine makellose Haut
Schüßler-Salze
Es müssen nicht immer Abwehrschwäche, Magenschmerzen oder Schlafstörungen sein – mit Schüßler-Salzen lässt sich auch das tägliche Schönheitsprogramm bereichern. So kann Calcium fluoratum (Nr. 1) allgemeine Hautprobleme lindern, Silicea (Nr. 11) soll Fältchen mindern und das Stützgewebe stärken, und mit Natrium chloratum (Nr. 8) lässt sich der Wasserhaushalt der Haut verbessern. Die „Biochemie nach Schüßler“ umfasst neun weitere Mineralsalze und Spurenelemente. Der Oldenburger Arzt Wilhelm Heinrich Schüßler stellte sie Ende des 19. Jahrhunderts zusammen als einfaches Rezept gegen den bei Krankheit gestörten Mineralienhaushalt und die damit einhergehenden Seelentiefs. Die Schüßler-Salze gibt es in Tabletten- und Tropfenform oder als Globuli in den homöopathischen Potenzen D6 und D12 (1 : 1000 000 bzw. 1 : 1000 000 000 000) in der Apotheke.
Was habe ich davon?
Die Düsseldorfer Apothekerin Dr. Petra Herrmann empfiehlt sie allen, die zu spröder, rissiger Haut mit vielen Fältchen neigen und gleichzeitig etwas für ihr Selbstvertrauen tun wollen. Aber auch „normale“ Haut kann von einer kurmäßigen Anwendung profitieren.
Wie nutze ich sie?
Lassen Sie über drei Monate täglich drei bis fünf Tabletten jeweils eine halbe Stunde vor oder nach dem Essen im Mund zergehen. Alternativ geben Sie die Tabletten in Wasser, verrühren sie – mit einem Kunststofflöffel – und trinken die Lösung schluckweise. Dabei Schüßler-Salz Nr. 1 morgens, Nr. 11 mittags und die Nr. 8 abends einnehmen.
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Bachblüten
Pflanzenkraft für Haut, Haar und Gemüt: Sanft und einfach lässt sich mit Bachblütenarzneien etwas für die Schönheit tun. Dazu wählen Sie aus den von Dr. Erwin Bach (1886–1936) entwickelten Pflanzentinkturen diejenigen aus, die Ihnen zu mehr Ausgeglichenheit und innerer Harmonie verhelfen. Der britische Arzt setzte auf die Selbstheilungskräfte des Körpers und vertrat die Meinung: Ist der Mensch im Einklang mit sich, strahlt auch die Haut. Bach war zudem überzeugt, dass dem Ausbruch von Krankheiten seelische Nöte vorausgehen und Heilung nicht aus dem Labor kommt, sondern aus der Natur.
Vor diesem Hintergrund sammelte er in den 1930er-Jahren Blüten, Knospen und Zapfen wilder Pflanzen und verdünnte sie so stark, dass nach seiner Vorstellung nur der „Abdruck“ der Ursprungspflanze bzw. deren „Schwingungsenergie“ übrig blieb.
Im Gegensatz zum Simile-Prinzip in der Homöopathie sollen Bachblüten gegensätzlich wirken und negative Gefühle wie Angst oder Unsicherheit in Freude und Selbstvertrauen verwandeln. Dabei sollen Bachblüten nicht nur akute Leiden lindern – Bach wollte seine Therapie auch als „seelische Gesundheitsvorsorge“ verstanden wissen.
Was habe ich davon?
Unter den 38 Bachblüten findet jeder die zur momentanen Gemütslage und zur Persönlichkeit passende(n). Alle Blüten tragen einen bestimmten Namenszusatz, der bereits verrät, wofür sie wirken sollen: So gilt der Ginster als „Hoffnungsblüte“, die Pinie als „Selbstakzeptanzblüte“ oder die Clematis als „Realitätsblüte“. Bis zu sieben Tinkturen lassen sich aus den einzelnen Essenzen kombinieren. Nicht nur der Geist, auch trockene, strapazierte, gerötete oder unreine Haut wird durch die „ordnenden Impulse“ stimuliert. Bis sich die Symptome bessern, können allerdings vier Wochen vergehen.
Wie nutze ich sie?
Der persönliche Bachblüten-Mix wird vor Gebrauch mit einer Trägerlösung verdünnt. Dazu gibt man einen Tropfen jeder Pflanzenessenz in ein 30 Milliliter-Pipetten-Fläschchen und füllt es zu drei Teilen mit Wasser, zu einem Teil mit Alkohol. Träufeln Sie vier Tropfen davon jeweils 30 Minuten vor den Mahlzeiten direkt auf die Zunge. Für Ihre persönliche Bachblüten-Kosmetik arbeiten Sie zwei Tropfen der ausgewählten Tinktur(en) in 100 Gramm Basiscreme (aus der Apotheke) oder in eine einfache Tagescreme ein.
Auch das Badewasser können Sie laut Dr. Bach mit wenigen Tropfen Bachblüten-Tinktur zum Energieträger machen. Wer nicht selbst mixen will, greift zu fertigem Bachblüten-Körperöl und -Badesalz. Viele Apotheken halten beides mit anregender oder entspannender Wirkung bereit.
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Basenbad
Auch wenn es Ihrer Haut gerade blendend geht, sie weder juckt noch gereizt reagiert, tut ihr ein besonderer Energiestoß ab und zu gut. Ein Basenbad ist da genau richtig! Der Mix aus basischen Mineralsalzen, Stein- und Meersalz hilft dabei, überschüssige Säuren aus dem Körper zu schwemmen und den Säure-Basen-Haushalt im Lot zu halten – und reinigt dabei die Haut bis in die kleinste Pore. Wie das funktioniert? Über den Wasserhaushalt in unseren Körperzellen. Weil die Salzkonzentration im Basenbad höher ist als in den Zellen, dringt ein Teil des Gewebswassers nach außen; gleichzeitig gelangen Mineralien und Spurenelemente aus dem Badewasser in die Zellen. Nach dieser Auffrischung fühlt sich die Haut straffer an und ist besser durchfeuchtet. Bei gestresster Haut können Sie mit einem Basenbad die Poren von Abfallstoffen befreien.
Was habe ich davon?
Ein Basenbad entspannt, lindert Hautreizungen und kann bei leichten Formen von Akne, Neurodermitis und Schuppenflechte das Hautbild verbessern. Besprechen Sie mit einem Dermatologen, ob Ihre Haut ein Basenbad gut verträgt. Auch wer unter Herz- und Kreislaufproblemen oder Bluthochdruck leidet, sollte erst die Zustimmung des Arztes einholen.
Wie nutze ich es?
Verwöhnen Sie sich zwei- bis dreimal wöchentlich für 15 bis 20 Minuten mit einem entspannenden Vollbad. Dafür zwei bis drei Esslöffel basisches Badesalz in die Wanne geben. Ideal ist eine Wassertemperatur von 37° Celsius, so kommt der Stoffwechsel besonders gut in Gang. Basenbäder gibt es fertig in der Apotheke.
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Homöopathie
Ein Mittel speziell für Haut und Haare? Ja, das gibt es! Barbara Kohler, Apothekerin in Stuttgart, rät je nach Hautzustand zu Calcium carbonicum hahnemanni (bei chronischen Hauterkrankungen), Selenium (bei fettiger, zu Mitessern neigender Haut), Silicea (wenn Haare und Nägel schlecht wachsen), Sulfur (bei juckender und unruhiger Haut, vorübergehendem Haarausfall) oder Thuja (bei fettig glänzender Haut, Haarausfall). Da sich diese Substanzen gegenseitig in der Wirkung unterstützen und verstärken, werden sie auch zu „Komplexmitteln“ zusammengemischt. Ein Arzt, der streng im Sinn des Homöopathie-Erfinders Samuel Hahnemann behandelt, verabreicht nur ein einziges Mittel. Dieses stimmt er in hoher Verdünnung (C200 bis C1000) auf die Konstitution des Menschen ab. Ziel dabei: Körper und Geist wieder ins Gleichgewicht zu bringen.
Was habe ich davon?
Die Schönheits-Globuli helfen allen, deren Haut unruhig und fleckig aussieht, juckt oder zu Unreinheiten neigt.
Wie nutze ich sie?
Über vier Wochen jeweils fünf der Globuli in der Potenz D12 oder D6 (Thuja) dreimal täglich eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten unter der Zunge zergehen lassen. Eine Woche Pause, dann weitere vier Wochen einnehmen.
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Samvahana
Streicheleinheiten für Haut und Seele, mit Ziegenhaarbürsten und Federpinsel, dazu belebende Kräuterpeelings, entspannende Massagen – das ist der Stoff, aus dem ayurvedische Schönheitsbehandlungen sind. Liebevolle Berührung verschönert und verjüngt, lässt Haut und Augen strahlen. Das weiß man in Indien seit Jahrtausenden – und verwöhnt traditionell die Braut vor der Hochzeit mit einer Samvahana. Das Ritual umfasst mehrere Bestandteile. Sanfte Ausstreichungen öffnen die Energiekanäle in Gesicht und Körper. Mit Ölen, die auf den Konstitutionstyp (Vata, Pitta, Kapha) abgestimmt sind, erfolgt eine lösende Kopf- und Körpermassage – inklusive Stirnguss mit warmem Sesamöl. Ein prickelndes Körperpeeling mit Kräutern, Meersalz oder einem Seidenhandschuh sowie eine Waschung mit Kräuterblütensud oder Rosenmilch runden die Zeremonie ab.
Was habe ich davon?
Die sanften Berührungen aktivieren den Lymphfluss und wirken ausgleichend; dies soll auch das weibliche Hormonsystem mit einbeziehen.
Wie nutze ich sie?
Viele Schönheitsinstitute bieten ayurvedische Massagen und Peelings auch einzeln an. Oder Sie massieren sich selbst: Dazu etwa 50 ml Sesamöl (aus der Apotheke) kurz aufkochen und auf Körperwärme abkühlen lassen. Verteilen Sie zuerst einen Esslöffel Öl auf der Kopfhaut wie beim Shampoonieren. Ölen Sie dann Ohren, Gesicht, Hals, Nacken und Arme ein. Massieren Sie Bauch, Brust und unteren Rücken mit nach rechts kreisenden Bewegungen, streifen Sie an Ober- und Unterschenkel kräftig auf und ab, umkreisen Sie Knie und Fersen, und verteilen Sie den Rest des Öls auf Fußsohlen und Zehen. Ruhen Sie einen Moment, während das Öl einwirkt. Zum Schluss waschen Sie die Haare und duschen den Körper mit milder Seife lauwarm ab.
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Ulrike Kleiner / Apotheken Umschau;
18.11.2011
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