Dieses Schönheitselixier ist zwar ein wenig anstrengend, hat aber normalerweise keine üblen Nebenwirkungen – und es wirkt garantiert. Sport hält jung und lässt einen besser aussehen, darin sind sich Experten einig. Über alles, was den Kreislauf auf Touren bringt, freut sich nämlich auch die Haut. Die bessere Durchblutung macht den Teint rosig. Die Zellen werden mit viel Sauerstoff versorgt. Und weil der Körper Muskeln aufbaut, sieht er straffer aus, selbst Cellulite-Dellen wirken nicht mehr ganz so schlaff wie zuvor.
Die andere Seite der Medaille: Sportler muten sich und ihrer Haut gelegentlich Strapazen zu, die auf lange Sicht schaden können. Das gilt ganz besonders für Athleten, die im Freien trainieren, wie unlängst eine Studie der Medizinischen Universität Graz an 210 Marathonläufern ergab. Für ihre Forschungen hatten die Wissenschaftler die Extremsportler zu deren Training befragt und deren Haut Zentimeter für Zentimeter auf Auffälligkeiten abgesucht. Das Ergebnis: Die Langstreckenläufer zeigten ein höheres Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, als die Teilnehmer einer lauffaulen Kontrollgruppe. Der Grund dafür: In kurzärmeligen T-Shirts und kurzen Hosen, der bevorzugten Kleidung der Läufer, präsentierten diese der Sonne besonders viel nackte Haut. Und nur die Hälfte der Sportler verwendete häufig Sonnencreme.
Faktor: Sonne
Regel eins für Aktive, die sich viel draußen aufhalten: die Haut effektiv vor der Sonne schützen! Beim Bergsteigen oder Mountainbiken brauchen sie, je nach Hauttyp, einen stärkeren UV-A- und UV-B-Filter als beim Joggen oder Rennradfahren in tiefer gelegenen Gebieten. Faustregel: Pro 1000 Höhenmeter steigt die Strahlungsintensität um 20 Prozent. Geeignete Produkte finden Sie in Ihrer Apotheke. Vorsicht: Oft werden Stirn, Ohren, Augenlider, Lippen, Kinn und Nasenrücken beim Eincremen vergessen. Gerade diese „Sonnenterrassen“ verbrennen besonders leicht.
„Sportler kommen mit Gels in der Regel besser zurecht als mit Milch oder Creme“, meint die Berliner Dermatologin Dr. Gertraud Kremer. Gels enthalten mehr Wasser und weniger Fett als Cremes. Fetthaltige Pflegemittel legen sich wie ein Film auf die Haut – ungünstig, wenn man darunter schwitzt. Das kann sich unangenehm anfühlen und obendrein die Haut reizen.
Faktor: Schwitzen
Es riecht zwar nicht besonders angenehm, ist aber sehr gesund: Schwitzen dient als unsere körpereigene Klimaanlage. Die Flüssigkeit, die wir dabei verlieren, reguliert die Temperatur und kühlt uns ab, wenn uns zu heiß wird. Dafür sorgen zwei bis vier Millionen Schweißdrüsen, die über den ganzen Körper verteilt sind. Wer viel rennt und radelt, schwitzt irgendwann mehr. Der Grund: „Auch die Schweißdrüsen unterliegen einem Trainingseffekt“, weiß die Dermatologin Kremer. Das kann für Allergiker zum Problem werden. „Manche vertragen ihren eigenen Schweiß nicht“, erklärt sie. Denn der Körper schleust beim Schwitzen unter anderem Mineralsalze aus der Haut, die empfindliche Menschen reizen.
Da hilft nur, den Schweiß möglichst schnell nach dem Sport abzuspülen – allerdings richtig und sanft. „Wir waschen uns heute viel intensiver, als unserer Hautbarriere zuträglich ist“, warnt die Dermatologin. Zu viel und vor allem zu heißes Wasser löst die Kittsubstanzen zwischen den Zellen und laugt die Haut aus. Das schadet vor allem Menschen mit trockener Haut oder Neurodermitis.
Wenn man am Morgen schon geduscht hat, reicht nach dem Sport ein lauwarmer, kurzer Schauer mit klarem Wasser. Für die Füße, Achseln und den Intimbereich nur wenig hautneutrales, mildes Reinigungsmittel verwenden. Danach die ganze Haut gründlich eincremen – am besten mit Produkten, die Feuchtigkeit binden, beispielsweise mit Harnstoff oder Glycerin.
Apropos trockene Haut: Dürfen Betroffene ins Schwimmbad? Grundsätzlich ja. Sie sollten sich aber „eine Stunde vor dem Schwimmen mit einer reichhaltigen Pflege am ganzen Körper eincremen“, rät Kremer. Das verhindert weiteres Austrocknen. Ein Muss ist diese Prozedur auch nach dem Schwimmen. Manche Menschen reagieren gereizt auf Chlor – sie sollten sich ein Bad suchen, das mit anderen Stoffen desinfiziert wird, etwa Ozon.
Faktor: Hygiene
Das größte Problem aber ist der Fußpilz. Er tummelt sich dort, wo sich viele Menschen in einem feuchten, warmen Klima aufhalten, also in Bädern, der Sauna und den Gemeinschaftsduschen. In aufgeweichte oder verletzte, rissige Haut kann er besonders leicht eindringen. Trocknen Sie daher die Füße nach dem Duschen gründlich ab, Zehenzwischenräume nicht vergessen. Danach mit einem Desinfektionsspray behandeln. Risse vermeiden Sie, indem Sie trockene Stellen regelmäßig eincremen. Sportsocken gehören in den 60-Grad-Waschgang, erst diese Temperatur tötet die Sporen ab.
Anne-Bärbel Köhle / Apotheken Umschau;
08.10.2010, aktualisiert am 11.05.2012
Bildnachweis: Getty Images/StockImage
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