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Die geeignete Hautpflege für den Winter

Kältealarm für die Haut! Jetzt ist es höchste Zeit, sie richtig zu verwöhnen

Fällt die Temperatur unter acht Grad Celsius, heißt das für unsere Haut: Winterzeit. Manchmal, wie dieses Jahr, lässt sich das schon im Frühherbst spüren: Plötzlich reicht die normale Tagespflege nicht mehr aus, die Haut spannt und juckt, schuppt sich an manchen Stellen und bekommt feine Fältchen. Spätestens jetzt sollten Sie gegensteuern, damit die Haut schön glatt und geschmeidig durch die kalte Jahreszeit kommt.


Nur – was passiert mit unserer schützenden Hülle, wenn es kälter wird? Sie rebelliert. Als Erstes reagieren die Talgdrüsen: Der Talg, der die Haut im Sommer angenehm geschmeidig macht und einen zarten Glanz auf ihre Oberfläche zaubert, wird zäh und verteilt sich nicht mehr so gut. Auf einmal fehlen in der oberen Hornschicht Fette, sogenannte Lipide, die der Talg sonst liefert. Die Folge: Sie bekommt kleine Risse.


Das macht die natürliche Schutzbarriere der Haut durchlässig – Einflüsse von außen dringen schneller ein. Umgekehrt gelangen hautschützende Substanzen auch schneller nach außen, Wasser zum Beispiel. Normalerweise hat die oberste Hornschicht einen Feuchtigkeitsgehalt von bis zu 40 Prozent. Im Winter kann er auf unter zehn Prozent sinken.


Heizungsluft verstärkt den Wasserverlust der Haut zusätzlich, denn sie hat eine niedrige relative Luftfeuchtigkeit. Deshalb haben wir in einem überheizten Raum manchmal das Gefühl, uns sofort eincremen zu müssen.


Dann also schnell nach draußen, an die frische Luft? Eigentlich eine gute Idee – für die Haut aber stellt sich ein neues Problem. Kälte und Wind vermindern nämlich ihre Durchblutung. Nährstoffe, die sonst durch die Gefäße in tiefere Hautschichten gelangen, erreichen nicht ihr Ziel. Die sowieso schon angegriffene Hautbarriere wird noch mehr geschwächt. „Man kann auch sagen: Die Kommunikation innerhalb der Haut läuft nicht mehr optimal“, beschreibt das Dr. Tatjana Pavicic, Hautärztin an der Klinik für Dermatologie und Allergologie der Universität München.


Auch der schnelle Wechsel von draußen nach drinnen strapaziert unsere Schutzhülle. „Innerhalb weniger Minuten muss die Haut manchmal Temperaturunterschiede von bis zu 30 Grad aushalten“, erklärt die Dermatologin. „Das ist viel mehr als im Sommer.“ Die Haut kann aber nicht einfach von „sehr warm“ auf „sehr kalt“ umschalten und sich den neuen Gegebenheiten anpassen. Ist sie überfordert, merkt man das sofort: Sie spannt oder prickelt unangenehm.


Einen Unterschied zwischen starker Sonnenstrahlung und Schlotterkälte macht die Haut dabei nicht. „Das sind zwei Extreme, die ihr gleichermaßen schaden“, sagt Tatjana Pavicic. „Sie ist nicht geschützt, und es kommt zu Entzündungen.“ Diese äußern sich dann entweder als Sonnenbrand – eine Folge intensiver UV-Einstrahlung – oder als kleine Erfrierung.

 

Glücklicherweise können wir die Haut vor beidem schützen. Im Sommer hilft eine Creme mit hohem Lichtschutzfaktor. Dieser ist auch beim Wintersport sinnvoll: Beim Skifahren kann die Sonne genauso unerbittlich brennen wie im Sommer am Strand. Vor Kälteschäden schützt am wirkungsvollsten eine „Cold Cream“. Diese spezielle Kältecreme hat eine sehr fettige Grundlage und dichtet die Haut ab. (Tipp: Erst Sonnen-, dann Kälteschutz auftragen.) Ähnlich wie bei Sonnencremes darf man auch hier keinen hundertprozentigen Schutz erwarten. Einen Teil der Kälte lässt die Cold Cream durch – länger als ein paar Stunden sollte man also nicht im Freien bleiben, vor allem bei extremen Minusgraden. Zurück in der warmen Stube, muss die Schutzschicht herunter. Am besten gelingt das mit einer milden Waschcreme. Sonst verstopft die Cold Cream die Poren, und dann blühen bald die Pickel.


Vorsicht beim Reinigen: Zu häufiges Waschen und zu heißes Wasser schaden. Dabei werden natürliche Lipide aus der Haut gespült, das trocknet sie aus und schwächt ihre ohnehin angegriffene Barriere. Noch mehr Schaden können Seifen und alkoholhaltige Gesichtswässer anrichten, denn sie trocknen ebenfalls stark aus. Jetzt ideal: Reinigungslotionen mit beruhigenden Inhaltsstoffen wie Panthenol oder Allantoin. Außerdem sollten Rückfetter enthalten sein, die der Haut gleich wieder Lipide zurückgeben. Darüber freuen sich besonders Hände und Lippen: Die Hände, weil sie ständig beansprucht und häufig gewaschen werden – man sollte sie deshalb nach jedem Waschen eincremen. Die Lippen verlangen Extrapflege, denn ihre Haut ist sehr dünn und besitzt nur wenige Talgdrüsen.


Und das Gesicht? Es braucht im Winter auf jeden Fall eine reichhaltigere Pflege als im Sommer. Die Tagescreme sollte deshalb mehr rückfettende Wirkstoffe wie Harnstoff (Urea), Nachtkerzenöl oder Sheabutter enthalten. Reine Feuchtigkeitscremes eignen sich in der kalten Jahreszeit höchstens für unreine Haut oder robuste Mischhaut. Wer unsicher ist, welche Creme zu seiner Haut passt, sollte seinen Hauttyp kennen. Um diesen richtig einzuschätzen, können Sie sich in der Apotheke beraten lassen. In jedem Fall lohnt es sich zu beobachten, was Ihre schützende Hülle Ihnen sagen will, meint Tatjana Pavicic: „Unsere Haut verrät uns nämlich alles – wir müssen nur lernen, das wahrzunehmen und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen.“



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Nadja Katzenberger / Apotheken Umschau; 20.01.2010, aktualisiert am 12.01.2012

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