Wichtig ist, dass Symptome bei einem bislang gesunden Kind wie Fließschnupfen, verstopfte Nase, Augenjucken, Niesreiz, Hüsteln oder Magen-Darm-Beschwerden, Konzentrations- und Schlafstörungen von Anfang an ernst genommen werden. Also unbedingt den Haus- oder Kinderarzt kontaktieren, auch wenn der letzte Untersuchungstermin, bei dem noch alles in Ordnung war, gar nicht so lange her ist. Der Arzt wird dann die notwendigen Maßnahmen treffen. Bei Verdacht auf Asthma der Bronchien (Bronchialasthma) wird er eventuell auch einen Lungenfacharzt zu Rate ziehen. Für Erwachsene, die erstmals mit allergischen Beschwerden zu tun haben, gilt das genauso.
Für einen hinzugezogenen Allergologen oder allergologisch spezialisierten (Kinder-) Arzt, möglicherweise auch Hals-Nasen-Ohren-Arzt, der ein Kind erstmals untersucht, ist das offizielle "Gesundheitstagebuch", also das Gelbe Heft, in das alle Ergebnisse der bisherigen Früherkennungsuntersuchungen eingetragen werden, immer eine gute Basisinformation. Die Familiengeschichte, die Schilderung der Symptome und die symptombezogene körperliche Untersuchung – das sind weitere Schritte, um den Allergieverdacht zu erhärten und den Kreis der in Frage kommenden Allergene systematisch einzuengen.
Spezielle allergologische Blut-, Haut- und gegebenenfalls Provokationstests nehmen auf die Voruntersuchungen Bezug. Im Blut kann das Immunglobulin E (IgE), eine bestimmte Antikörpergruppe, gemessen werden. Der bei Gesunden sehr niedrige Blutwert ist bei allergischen Erkrankungen vom Typ 1 ("Sofortallergie"), also zum Beispiel Heuschnupfen, oft auch bei allergischem Asthma oder Neurodermitis (altersabhängig) erhöht, allerdings auch bei anderen Erkrankungen. Daher ist ein positives Ergebnis nicht beweisend für eine Allergie. Umgekehrt bedeuten normale Werte nicht, dass keine allergische Erkrankung vorliegt. Die Bestimmung spezifischer IgE-Antikörper kann zeigen, ob das Immunsystem sensibilisiert wurde, also maßgeschneiderte Antikörper gegen spezifische Allergene gebildet hat.
Beim Pricktest, dem am häufigsten praktizierten Hauttest, werden "normierte" Lösungen mit Allergenen an gekennzeichneten Stellen auf die Haut getropft und dann mit einem Nadelstich vorsichtig in die obere Hautschicht gebracht. Eine Sensibilisierung zeigt sich dann nach wenigen Minuten als Rötung und Quaddel, und zwar im Vergleich zu einer neutralen Testlösung mit Kochsalz wie auch einer "garantierten" Reizlösung mit Histamin (zu Histamin siehe Kapitel "Ursachen /Risikofaktoren"). Vor dem Hauttest sollten Medikamente, die allergische Reaktionen unterdrücken, zum Beispiel Antihistaminika oder örtlich angewendetes Kortison, drei Tage abgesetzt worden sein. Bei Babys und Kleinkindern versucht man allerdings, möglichst ohne den Hauttest auszukommen, da er für die kleinen Patienten sehr schmerzhaft ist, sie extrem belästigt und verständlicherweise meist starken Protest bei ihnen hervorruft.
Provokationstests mit Allergenextrakten, die zum Beispiel bei Verdacht auf einen allergischen Schnupfen auf die Nasenschleimhaut gebracht werden, können in diagnostisch schwierigen Situationen weiterhelfen, um zwischen symptomloser und symptomatischer Sensibilisierung (also Allergie) zu unterscheiden. Dies kann bei Patienten mit anhaltendem allergischen Schnupfen wichtig sein, bei denen bislang keine sichere Zuordnung der Beschwerden zu bestimmten Allergenen möglich war.
Die hier genannten Untersuchungen sind auch bei Erwachsenen, die erstmals auf eine Allergie oder eine Ausweitung ihrer schon bekannten Allergie hin untersucht werden, gängige Praxis.
www.apotheken-umschau.de;
16.11.2005, aktualisiert am 20.03.2012
Bildnachweis: PhotoDisc/ RYF, W&B/Jan Greune, BrandXPictures/ RYF
Senioren Ratgeber mit Informationen rund um Krankheiten, Medikamente, gesund alt werden, altersgerechtes Wohnen, Pflege und Finanzen
Diabetes Ratgeber mit den Schwerpunkten Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2: Symptome, Behandlung und Ernährung bei Zuckerkrankheit
Baby und Familie mit Themen rund um Schwangerschaft, Geburt, Vorsorge, Kinderkrankheiten, Homöopathie und Erziehung