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Spinaliom (Heller Hautkrebs):
Therapie

Es ist wichtig, möglichst schon Krebsvorstufen zu entdecken und zu behandeln


OP-Vorbereitung: Ein Spinaliom wird in der Regel in einem kleinen chirurgischen Eingriff entfernt

Je nachdem, ob es sich noch um die Krebsvorstufe aktinische Keratose handelt oder bereits um ein Spinaliom, unterscheidet sich das therapeutische Vorgehen.

Für die Behandlung aktinischer Keratosen stehen verschiedene nicht-operative Verfahren zur Verfügung, die in dermatologischen Praxen und Kliniken routinemäßig eingesetzt werden:

•    Die Behandlung kann mit speziellen Cremes erfolgen, die entweder immunologisch (zum Beispiel Imiquimod) oder ätzend wirken (zum Beispiel 5-Fluoruracil).

•    Darüber hinaus ist auch die Lasertherapie eine geeignete Behandlungsmethode für die Krebsvorstufen (=Präkanzerosen). Je nach Zahl der zu behandelnden Hautveränderungen und ihrer Lokalisation, und abhängig von der Erfahrung des behandelnden Arztes kann entweder die konventionelle Lasertherapie oder die Photodynamische Therapie (= PDT) zum Einsatz kommen. Bei der PDT werden die aktinischen Keratosen mit speziellen Wirkstoffen (5-Aminolävulinsäure oder MAOP = Methyl-5-amino-4-oxopentanoat) in Cremeform über drei bis sechs Stunden vorbehandelt und dann mit einem speziellen Laser bestrahlt. Der Vorteil des Verfahrens ist, dass sich die Creme nur in den Zellen der kranken Haut anreichert. Die Laserstrahlen werden selektiv von den vorbehandelten Zellen aufgenommen und zerstören so nur die mit der Creme behandelten Zellen. Gesundes Gewebe wird geschont und Operationsnarben werden vermieden.


Abgesehen von diesen nicht-operativen Verfahren ist auch die oberflächliche chirurgische Abtragung (Kürettage) mit einem „scharfen Löffel“ oder einer Kürette in lokaler Betäubung möglich.

Bei einem Spinaliom stellt die chirurgische Entfernung des Tumors die Therapie der Wahl dar. Wie das Basaliom kann auch das Spinaliom Tumorstränge unter der Haut bilden, die von außen nicht sichtbar sind. Daher sollte insbesondere bei ausgedehnteren Tumoren oder auch bei bestimmten Sonderformen (desmoplastischer Typ) eine so genannte mikrographische Chirurgie durchgeführt werden. Das bedeutet: Der Tumor wird beim Herausoperieren entsprechend markiert und vollständig feingeweblich untersucht. Insbesondere die Schnittränder werden genau unter die Lupe genommen. Im Zweifelsfall wird der Defekt, der durch die Entfernung des Tumors entstanden ist, erst dann endgültig verschlossen, wenn sichergestellt ist, dass der Tumor vollständig entfernt wurde.

Die Strahlentherapie stellt – insbesondere bei älteren Patienten – eine gute Alternative zur operativen Therapie dar. Das Verfahren bietet sich auch dann an, wenn die Operation kein zufriedenstellendes kosmetisches Ergebnis erzielen würde, weil der Tumor sehr ausgedehnt ist oder an einer ungünstigen Stelle liegt.

Bei Spinaliomen am Ohr oder an der Nasenspitze sollte allerdings auf eine Strahlentherapie möglichst verzichtet werden, da dabei die Gefahr einer Knorpelentzündung (Perichondritis) gegeben ist.

Hat ein Spinaliom bereits Tochtergeschwüre in Lymphknoten oder Organen gebildet, sollte eine Chemotherapie eingeleitet werden. Bei älteren und kränkeren Patienten wählen Ärzte in erster Linie eine Behandlung mit einem einzelnen Medikament, beispielsweise Methotrexat, da diese im Vergleich zu Chemotherapien mit mehreren Substanzen besser verträglich ist. Darüber kommen manchmal auch Substanzen zum Einsatz, die das Immunsystem beeinflussen wie zum Beispiel Interferon alpha in Kombination mit Retinoiden.

Entsprechend den Empfehlungen der ADO (Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Onkologie) sollten regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen über fünf Jahre nach Erstbehandlung eines Spinalioms erfolgen. Je nachdem, wie dick der Tumor war und  ob er bereits Metastasen gebildet hatte, werden die Untersuchungen in vierteljährlichen bis jährlichen Abständen empfohlen.

Wichtig ist neben der Untersuchung der behandelten Hautstelle und der Lymphknoten ein allgemeines Hautkrebsscreening, um eventuell neu aufgetretene Hautveränderungen rechtzeitig zu erkennen und zu therapieren.



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Aus der Experten-Sprechstunde

www.apotheken-umschau.de; 09.02.2009, aktualisiert am 13.10.2011
Bildnachweis: Jupiter Images GmbH/Comstock Images

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