Eine unachtsame Bewegung, schon ist es passiert. Eben nur beim Aufstehen aus Versehen gegen die Tischkante geprallt, beginnt die Stelle zu schmerzen und bildet ein noch lange sichtbares Mal heraus, einen sogenannten blauen Fleck. Wahrscheinlich hatte schon jeder einmal einen. Doch was hilft gegen die unschönen Verfärbungen?
Bluterguss unter der Haut
Ein blauer Fleck ist die Folge eines Blutergusses direkt unter der Haut – in der Fachsprache auch "subkutanes Hämatom" genannt. Bei einem Schlag, Stoß oder einer Quetschung zerreißen dabei die unter der Haut befindlichen Blutgefäße. Das Blut fließt in das umliegende Gewebe aus. Die Stelle schwillt an und färbt sich zunächst rot, später blau. Wenn sich nach einiger Zeit das Hämoglobin im Blut über Enzyme abbaut, wechselt der Fleck seine Farbe weiter zu grün und schließlich zu gelb. Je näher sich ein Bluterguss unter der Haut befindet, desto deutlicher ist er zu sehen.
"Ein blauer Fleck verschwindet in der Regel nach etwa zwei bis drei Wochen von alleine", sagt Sport- und Allgemeinmediziner Dr. Oliver Schmid aus Kelheim. Tatsächlich lässt sich der Heilungsprozess von außen kaum beschleunigen. Dennoch sind einige Maßnahmen sinnvoll, um die Blutung einzudämmen und die gegebenenfalls auftretenden Schmerzen zu lindern.
Kühlung gegen die Schmerzen
Am besten kühlt man einen Bluterguss kurz nach der Verletzung, noch bevor der blaue Fleck zu sehen ist. Dazu einen Eisbeutel oder eine Kältepackung in ein Tuch einwickeln und auflegen. Durch die Kälte ziehen sich die Gefäße zusammen. Als Folge tritt weniger Blut aus, das Gewebe schwillt weniger an. Den Beutel aber nicht ohne das Tuch auf der Stelle platzieren, sonst kann es zu Erfrierungen kommen.
Viele empfinden außerdem schmerzlindernde und abschwellende Salben als hilfreich, beispielsweise mit Inhaltsstoffen der Heilpflanze Arnika. Die Apotheke berät zu Anwendung und Auswahl geeigneter Präparate.
Wann zum Arzt?
Bei normalem Verlauf ist ein kleiner blauer Fleck völlig ungefährlich und benötigt keine ärztliche Behandlung. In seltenen Fällen beginnt ein Bluterguss aber zu wandern, rutscht dabei beispielsweise vom Ober- in den Unterschenkel. Dann sollte ein Arzt die Stelle untersuchen. „Das gilt auch, wenn Blutergüsse sich ungewöhnlich weit ausbreiten, stark gehäuft oder ohne erkennbaren Grund auftreten“, erklärt Schmid. Der Arzt kann zur Diagnosefindung beispielsweise Ort und Ausbreitung des Hämatoms mittels Ultraschall genau ermitteln.
Bestimmte Medikamente wirken gerinnungshemmend und begünstigen die Bildung und Ausbreitung von Hämatomen. Dazu gehören beispielsweise solche, die Phenprocoumon oder Acetylsalicylsäure enthalten. Wer entsprechende Arzneimittel nimmt, für den empfiehlt sich beim Auftreten eines blauen Flecks einen Arzt aufzusuchen. Sollte ein Hämatom durch einen Unfall passiert sein, müssen selbstverständlich mögliche Verletzungen ärztlich abgeklärt werden. Sehr selten können Blutergüsse Anzeichen für Gefäßerkrankungen oder eine beeinträchtigte Leberfunktion sein. „In den meisten Fällen ist sie jedoch völlig harmlos“, betont Schmid.
Kühlen, Schmerzen lindern und abwarten – mehr lässt sich bei einem blauen Fleck in der Regel nicht machen. Und die Verfärbungen auf der Haut mit Fassung tragen, wenn sie sich nicht mit Kleidung, Make-up oder sonstigen Tricks verdecken lassen.
Stephan Soutschek / www.apotheken-umschau.de;
21.11.2011
Bildnachweis: Thinkstock/Hemera
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