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Ozonloch: Erhöhte Sonnenbrandgefahr auch bei uns!

In der Arktis hat die Ozonschicht derart abgenommen, dass die UV-Strahlung an manchen Orten auf der Erde besonders intensiv ist. So schützen Sie sich am besten


Vorbildlich: Ein großer Sonnenhut hält die UV-Strahlen von Kopf und Nacken fern

Eigentlich verlief dieser Winter im hohen Norden zu mild, sagen Meteorologen. Andererseits stellten sie nun fest, ist er in höheren Luftschichten zu streng gewesen. In der Stratosphäre, also 10 bis 50 Kilometer über uns, haben Wetterforscher in den letzten Monaten sehr kalte Temperaturen gemessen. Sinkt das Thermometer hoch oben am Himmel unter minus 78 Grad Celsius, zieht sich die Ozonschicht zurück.

Und genau das ist in der Arktis nun passiert: Die Ozonschicht ist um etwa 40 Prozent geschrumpft – von Dezember bis Ende März. Davor hatte sie sich um maximal 30 Prozent verringert, bezogen auf den gesamten Winter. Wird die Ozonschicht dünner, treffen mehr UV-Strahlen auf der Erde auf. Folglich bekommen wir leichter ein Sonnenbrand und erhöhen prinzipiell unser Risiko für Hautkrebs.


Das arktische Ozonloch dehnt sich momentan bis Südskandinavien aus, könnte in den nächsten Wochen aber bis Mitteluropa und damit nach Deutschland driften. „Aktuell ist die UV-Belastung noch nicht so hoch, dass der Deutsche Wetterdienst eine Warnung herausgeben müsste“, beruhigt Dr. Christina Koppe-Schaller, Medizin-Meteorologin beim Deutschen Wetterdienst in Freiburg. Zur Info: Die Behörde warnt im Frühjahr und Frühsommer vor einer erhöhten UV-Belastung, wenn der sogenannte UV-Index einen Wert von fünf erreicht oder überschreitet. Dies gilt bei klarem Himmel und wenn die Ozonkonzentration in der Stratosphäre um mindestens 20 Prozent abnimmt. Koppe-Schaller merkt an, dass sich im Frühling jedoch spontan Mini-Ozonlöcher bilden könnten, die das UV-Risiko von einem auf den anderen Tagen ansteigen ließen.

„Gerade im Frühjahr halten wir uns länger in der Sonne auf, weil die Temperaturen angenehm sind und wir die wärmenden Sonnenstrahlen genießen“, sagt Koppe-Schaller. Unsere Haut ist die Sonne aber noch nicht gewöhnt und reagiert empfindlicher auf die UV-Strahlen. Ein Sonnenbrand ist da fast vorprogrammiert. Deshalb empfiehlt die Expertin, schon im Frühling einen Sonnenschutz aufzutragen.

Welcher Sonnenschutz sich am besten eignet, hängt vom Hauttyp ab. Haben Sie helle Haut, benötigen Sie eine Creme mit höherem Lichtschutzfaktor als ein Mensch, der dunklere Haut hat. Der Lichtschutzfaktor (LSF) ist der Faktor, um den das Sonnenschutzmittel die Eigenschutzzeit der Haut verlängert. Bekommen Sie ungeschützt bereits nach zehn Minuten einen leichten Sonnenbrand, verlängert sich diese Zeitspanne bei einem Lichtschutzfaktor von 30 theoretisch auf 300 Minuten. Doch die Wirkung lässt früher nach, wenn Sie beispielsweise schwitzen oder baden. Lassen Sie sich deshalb zu hautverträglichen Lotions oder Sprays am besten in der Apotheke beraten.

Sonst gilt: Halten Sie sich zwischen elf und 15 Uhr im Schatten auf. Denn in dieser Zeit steht die Sonne am höchsten, die UV-Belastung ist besonders hoch. Schützen Sie Ihre Haut durch lange Hosen und langärmelige Shirts. Setzen Sie einen Sonnenhut oder eine Kappe auf, damit auch die Kopfhaut bewahrt wird. Tragen Sie eine Sonnenbrille, die einen geprüften UV-Schutz aufweist. In den Bergen, ebenso wie am Meer, strahlt die Sonne intensiver. Achten Sie dort verstärkt darauf, ihre Haut UV-sicher zu „verpacken“!



Dr. Martina Melzer / www.apotheken-umschau.de; 06.04.2011, aktualisiert am 06.04.2011
Bildnachweis: iStock/Pixdeluxe

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