Auch dieses Jahr wird es wieder so sein: Wer in den Sommerferien mit dem Flieger die Insel Mallorca verlässt, der weiß wie ein Sonnenbrand aussieht. Unglaublich, welch breites Spektrum an Rotschattierungen die Stiernacken, Knitterdekoltees und Glatzköpfe der durchschnittlichen Reisegruppe ziert.
Dabei sollte man doch meinen, es habe sich mittlerweile herumgesprochen, wie sehr die Sonne unserer Haut schadet. Das gilt natürlich nicht nur für die südlichen Länder. Auch in Deutschland müssen wir unsere empfindliche Hülle unbedingt schützen.
"UV-Strahlung ist ein Karzinogen, also ein Krebserzeuger, erster Klasse", warnt Professor Eckhard Breitbart, Chefarzt des Dermatologischen Zentrums Buxtehude. Da sie aber unsichtbar ist, und das Licht und die Wärme der Sonne so positive Gefühle auslösen, vergisst man leicht die Gefahr. "Nur sonnengerecht gekleidet und mit einem ausreichenden hohen Schutzfaktor eingeschmiert, darf man sich der Strahlung aussetzen", predigt der Hautarzt.
Und wie kleidet man sich sonnengerecht? Zunächst braucht man ein gut gewebtes T-Shirt. Erkennbar am "Ultraviolet Protection Factor" (UPF). Die Skala geht von 15 bis 50 und zeigt an, wie hoch der UV-Schutz des Kleidungsstückes ist. "Wer mit einem billigen, dünn gewebten, T-Shirt in Costa Rica einen Strandspaziergang wagt, der muss sich über einen Sonnenbrand nicht wundern", so Breitbart. Außerdem rät der Experte zu Kopfschutz, Sonnenbrille, halblangen Hosen und Schuhen, die den Fußrücken bedecken.
Hat man sich trotz aller Vorsichtsmaßnahmen doch einmal die Rübe verbrannt, dann heißt es Schadensbegrenzung betreiben. Als erstes: Sofort raus aus der Sonne! Und dann schmieren, cremen, kühlen. "Am besten hilft eine kortisonhaltige Lotion", rät Dermatologe Breitbart. Er empfiehlt ein hochdosiertes Produkt der Klasse drei oder vier. Diese sind allerdings verschreibungspflichtig. Eine schwächere Variante bekommt man auch ohne Rezept in der Apotheke. Außerdem sollte man die verbrannte Stelle auf jeden Fall mit feuchten Umschlägen kühlen. Und dann viel trinken, am besten Wasser.
Zusätzlich kann auch die Einnahme von entzündungshemmenden Substanzen wie Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure den Schmerz und den Hautschaden lindern. Wer unsicher ist, ob er die Medikamente verträgt, kann sich in der Apotheke Rat holen. Das alte Hausmittel der Wahl "Quarkumschlag" befindet unser Experte ebenfalls für gut: "Es kühlt und spendet Feuchtigkeit. Das sind die zentralen Punkte."
Sonnenbrände gibt es in unterschiedlichen Schweregraden. Wann müssen Betroffene zum Arzt? "Bei einer schweren Verbrennung, wenn die Haut stark schmerzt und womöglich gar Blasen wirft", so Breitbart. Wenn der ganze Körper verbrannt ist und sich die schützende Hülle durch die so entstandene Verletzung ablöst, kann eine Verbrennung sehr gefährlich werden und gar tödlich enden. Unglaublich, aber wahr – dieser Fall tritt laut unserem Experten tatsächlich immer wieder ein.
Sophie Kelm / www.apotheken-umschau.de;
09.06.2010, aktualisiert am 21.07.2011
Bildnachweis: iStock/apomares
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