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Blutungen außerhalb der Regel:
Myome, Polypen, Portioektopie

Zu den gutartigen Tumoren im Genitalbereich, die Blutungsstörungen verursachen, gehören Polypen im Gebärmutterhals und in der Gebärmutter sowie Myome in der Gebärmutter. Eine Portioektopie ist eine gutartige Erkrankung am Muttermund


Polypen in der Gebärmutter (schematische Darstellung)

Myome in der Gebärmutter

Symptome: Blutungsstörungen sind das Hauptsymptom für Gebärmuttermyome. Je nachdem wo die gutartigen Geschwülste sich befinden, haben die betroffenen Frauen langanhaltende Zwischenblutungen oder starke, verlängerte Monatsblutungen. Manchmal treten dumpfe, ziehende oder wehenartige Schmerzen im Unterbauch auf. Viele Myome bereiten, vor allem im Anfangsstadium, jedoch keinerlei Beschwerden. Kreuzschmerzen, Probleme beim Stuhlgang oder Wasserlassen, Verstopfung sowie Blutrückstau in den Beinen können Folgeerscheinungen stark wachsender Myome sein.

Ursache: Myome sind gutartige Geschwülste von Muskelzellen. Sie kommen bei vielen Frauen ab 25 Jahren bis zur Menopause, am häufigsten zwischen dem 35. Und 45. Lebensjahr, in der Gebärmutter vor, seltener im Gebärmutterhals. Die weiblichen Geschlechtshormone, vor allem die Östrogene, spielen für die Bildung von Myomen eine wesentliche Rolle. Ein hormonelles Ungleichgewicht sowie eine familiäre Veranlagung werden als Hauptursachen angesehen.


Myome können an verschieden Stellen in der Gebärmutter entstehen, am häufigsten in der Gebärmutterwand, außerdem an der Außenseite unter der äußeren Hülle oder innen unter der Schleimhaut. Entsprechend unterschiedlich entwickeln sie sich und verursachen unterschiedliche Symptome. Wenn zum Beispiel in der Gebärmutterwand gelegene Myome wachsen, führt das mitunter dazu, dass sich der gesamte Uterus vergrößert. Zu den unregelmäßigen Blutungen kommt es unter anderem, wenn die Gebärmutter versucht, in die Gebärmutterhöhle wachsende Myome loszuwerden, oder wenn ihre Fähigkeit, sich zusammenzuziehen, durch die Myome behindert ist. Nur sehr selten entarten Myome und entwickeln sich zu bösartigen Tumoren. Sie können aber durch ihr Wachstum je nach Lage Druck auf benachbarte Organe oder Gefäße ausüben und damit entsprechende Beschwerden verursachen.

Diagnose: Der Arzt wird zuerst nach Blutungsstörungen und möglichen Rücken-, Blasen- oder Darmbeschwerden fragen, zu denen Myome führen können. Bei der Tastuntersuchung zeigt sich der Uterus oft verändert, häufig hart, vergrößert und gröber. Das Ultraschallbild liefert meist deutlich erkennbare Veränderungen. Allerdings müssen nicht alle Myome behandelt werden. Bei Bedarf ermöglichen weiterführende Untersuchungen, die Myome genauer zu bestimmen bzw. andere Veränderungen, wie zum Beispiel Polypen, auszuschließen.

Therapie: Wenn eine Betroffene keine Beschwerden hat, wird der Frauenarzt festlegen, in welchen Abständen sie die Myome kontrollieren lässt. Eine Hormonbehandlung, die den Östrogeneinfluss vermindert, kann vorübergehend helfen, wenn vor allem die starken Zusatzblutungen Probleme bereiten. Hier wird der Arzt jedoch auch das Alter und die Lebenssituation der Patientin berücksichtigen. Sehr große oder schnell wachsende Myome und solche die heftige Beschwerden verursachen, können nur operativ behandelt werden. Je nach ihrer Lage gibt es verschiedene Methoden, die Myome zu beseitigen. In bestimmten Fällen muss auch der Uterus entfernt werden. Besteht noch Kinderwunsch, wird der Frauenarzt immer versuchen, so zu operieren, dass die Gebärmutter erhalten bleibt.


Polypen in Gebärmutterhals und Gebärmutter

Symptome: Unregelmäßige oder andauernde Blutungen sind häufig. Die gutartigen Schleimhautveränderungen können zudem wehenartige Bauchschmerzen sowie einen schleimigen, manchmal hell- bis dunkelbräunlichen Ausfluss verursachen. Häufig haben betroffene Frauen jedoch auch keinerlei Beschwerden.

Ursache: Polypen sind zunächst gutartige Schleimhautwucherungen, die unter anderem im Bereich der Scheide, des Gebärmutterhalses oder der Gebärmutter auftreten können. Sie entstehen, wenn sich die Schleimhautzellen übermäßig teilen. Hierbei spielen vor allem die weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Gestagen eine Rolle. Polypen können in jedem Alter auftreten, gehäuft aber in bzw. nach den Wechseljahren (dann geht es aber nicht mehr um Blutungen außerhalb der Regel). Eine geschwächte Immunabwehr, Stress und psychische Belastungen, eine falsche Intimhygiene fördern Schleimhaut- bzw. Gewebeveränderungen.

Diagnose: Nach der Tastuntersuchung, mit der der Arzt etwa Polypen am äußeren Muttermund feststellen kann, geben Ultraschalluntersuchungen Aufschluss über innen liegende Wucherungen. Bei der Untersuchung der Scheide sieht der Arzt Polypen, die aus dem Muttermund herausgetreten sind. Mit Hilfe einer Kolposkopie bzw. Videokolposkopie kann der Arzt den Muttermund wie unter einer Lupe betrachten und gezielt einen Zellabstrich entnehmen. Spezielle Verfahren wie eine Hysteroskopie, eine Spiegelung des Gebärmutterinneren, ermöglichen es, Polypen in der Gebärmutter genauer zu bestimmen und von Myomen abzugrenzen. Ein Zellabstrich und Gewebeproben sowie nötigenfalls eine Gebärmutterspiegelung sichern die Diagnose ab.

Therapie: Polypen müssen nicht unbedingt Beschwerden verursachen. Sie werden zur Sicherheit und auch für feingewebliche Untersuchungen in der Regel entfernt. Bei gleichzeitig vorhandenen, anderen krankhaften Untersuchungsergebnissen, zum Beispiel hohen Werten bei einem Test auf humane Papillomaviren und Verdacht auf eine Krebsvorstufe am Gebärmutterhals ist immer ein Eingriff notwendig. Dann wird zum Beispiel eine Schlingenkonisation empfohlen. Dabei wird ein kegelförmiges Gewebsstück entnommen. Die weitere Behandlung hängt vom Kontrollbefund ab.


Portioektopie – gutartige Erkrankung am Muttermund

Symptome: Zu den möglichen Krankheitszeichen bei einer stärkeren Ektopie zählen unregelmäßige Blutungen, Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr, Ausfluss. Häufig bereitet die Gewebeveränderung keine Beschwerden.

Ursache: Verschiedene Gewebeanteile begegnen sich an der Übergangsstelle von Gebärmutterhals (Zervix) und Scheide (Vagina). Den unteren Teil des Gebärmutterhalses, den Muttermund, bezeichnen Mediziner als Portio. Die innere Gewebeschicht der Zervix ist drüsenhaltig und bildet Schleimhaut, die oberste Hautzellschicht der Vagina hat keine Drüsen. Im geschlechtsreifen Alter kommt es zwischen den Gewebeteilen aus der Portio und der Vagina zu Überlagerungen und Verschiebungen. Auch dies wird von den Geschlechtshormonen beeinflusst. Gewebeveränderungen in diesem Bereich können harmlos sein, aber auch Entzündungen, Infektionen mit humanen Papillomaviren, Wucherungen wie Zysten und krankhaften Entwicklungen entsprechen.

Diagnose: Die Blickuntersuchung zeigt dem Frauenarzt oft einen geröteten Muttermund und traubenförmige Gewebeauflagerungen. Eine Sekretprobe und gegebenenfalls weitere Untersuchungen geben Aufschluss über bestehende Entzündungen und Wucherungen wie Zysten, Polypen oder Feigwarzen.

Therapie: Eine Ektopie, die keine Beschwerden verursacht und keine weiteren Gewebeveränderungen nach sich zieht, muss in der Regel nicht behandelt werden. Entzündungen oder verdächtige Gewebeentwicklungen werden je nach Befund entsprechend behandelt.



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Andrea Blank-Koppenleitner / www.apotheken-umschau.de; 08.06.2009, aktualisiert am 04.04.2012
Bildnachweis: W&B/Martina Ibelherr

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