Tagsüber quält er, sobald man spricht. Nachts raubt er einem den Schlaf. Kurz: Husten ist lästig. Doch er gehört eben, neben Schnupfen und anderen Beschwerden, zu einer typischen Erkältung dazu. Dringen Erkältungsviren in die Schleimhaut von Nase und Rachen ein, entzündet sich diese. Die Folge: Die Nase läuft, der Hals kratzt.
Fühlt sich die Kehle staubtrocken an, hilft auch permanentes Schlucken nicht mehr. Die Schleimhaut ist derart angeschlagen, dass sich ein lästiger Hustenreiz einstellt. Mediziner sprechen von einem „trockenen Reizhusten“. Dieser Zustand kann einige Tage andauern, geht dann aber meist in einen „verschleimten Husten“ über. Denn das körpereigene Immunsystem bewirkt, dass die Schleimhautzellen im Atemtrakt vermehrt Sekret absondern. Es enthält unter anderem eliminierte Viren und soll daher per Hustenreflex nach außen befördert werden.
Solange der trockene Typ vorliegt, können Sie sich mit Tees und Bonbons behelfen. Reicht dies nicht aus, können Sie auf ein hustenstillendes Mittel zurückgreifen. Neben pflanzlichen Stillern wie Eibisch oder Spitzwegerich, gibt es in der Apotheke auch synthetische Wirkstoffe – zum Beispiel Dextromethorphan oder Pentoxyveridin. „Besonders, wenn Patienten nachts stark husten müssen, empfehle ich einen Hustenstiller“, sagt auch Dr. Cornelia Goesmann, Allgemeinärztin aus Hannover und zugleich Vizepräsidentin der Bundesärztekammer.
Müssen Sie jedoch Schleim abhusten, sind solche Blocker eher kontraproduktiv. Denn sie unterdrücken den Hustenreiz und halten damit auch das Sekret in den Atemwegen zurück. „Setzt sich der Schleim in den Bronchien fest, können sie quasi verstopfen“, warnt Goesmann. Das führt nicht nur dazu, dass der Patient schlechter Luft bekommt. Auch eine bakterielle Infektion mit üblen Folgen kann drohen.
Trinken Sie deshalb ausreichend, das verflüssigt zähen Schleim – sofern aus ärztlicher Sicht nichts dagegen spricht. Und setzen Sie zumindest tagsüber auf einen Hustenlöser. Präparate mit Heilpflanzen wie Thymian, Schlüsselblume und Efeu unterstützen die Funktion der Bronchialschleimhaut. Sekret wird verstärkt abtransportiert, der Husten „gelöst“. Zusätzlich können Sie inhalieren, zum Beispiel mit ätherischen Ölen oder einer Kochsalzlösung.
Husten kann, obgleich es nervt, eine ganze Weile anhalten. „Auch wenn die Erkältung bereits abgeklungen ist, kann der Husten bis zu vier Wochen andauern“, meint die Allgemeinärztin. Das sei nicht ungewöhnlich, denn die angegriffene Bronchialschleimhaut brauche einige Zeit, bis sie sich wieder erholt hat. Will der Reiz jedoch gar nicht verschwinden, sollten Sie einen Arzt aufsuchen – spätestens nach zwei Wochen. Der kann abklären, was hinter den Beschwerden steckt.
Sofort zum Arzt heißt es außerdem bei Symptomen wie Atemnot, hohem Fieber, starken Schmerzen, schwerem Krankheitsgefühl – und wenn nach einer Woche noch keine Besserung eingetreten ist. „Erwachsene können beispielsweise erneut Keuchhusten bekommen, auch wenn sie ihn bereits im Kindesalter hatten“, merkt Goesmann an. Manchmal verursacht auch eine Lungenentzündung oder gar eine Tuberkulose hartnäckigen Husten.
Was außerdem alles zu Husten führen kann, können Sie hier nachlesen: Husten.
Wichtig: Sehr kleine Kinder sollten wegen der Verbrühungsgefahr noch nicht inhalieren. Und Säuglinge und Kinder sollten auf keinen Fall mit mentholhaltigen Substanzen inhalieren oder damit eingerieben werden, da sie bei ihnen einen Atemstillstand auslösen können. Ähnliches gilt für andere stark riechende ätherische Öle. Lassen Sie sich bei Auswahl und Anwendung von geeigneten Präparaten für Ihr Kind unbedingt von Arzt oder Apotheker beraten! Und suchen Sie lieber zu früh als zu spät einen Arzt auf. Viele weitere Tipps für Eltern gibt es hier auf www.baby-und-familie.de: Kind erkältet – was nun?
Dr. Martina Melzer / www.apotheken-umschau.de;
10.12.2010, aktualisiert am 03.11.2011
Bildnachweis: Thinkstock/Hemera
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