Von einem schönen, runden Busen träumen viele Frauen. Manchen schenkt ihn die Natur, andere helfen ein wenig nach. Zum Beispiel mit einer Brustvergrößerung in Form eines Silikonkissens, das ein plastischer Chirurg einsetzt. Dieser Operation unterziehen sich auch viele Patientinnen nach einer Busenamputation, beispielsweise infolge einer Krebserkrankung.
Hersteller für solche Implantate gibt es viele. In Verruf geraten sind jetzt die des französischen Herstellers PIP. Frauen, die diese Silikonkissen tragen, riskieren ernste Gesundheitsschäden. Wir haben uns gefragt: Welche Risiken bestehen eigentlich im allgemeinen bei solch einer Operation. Schaden Silikonbrüste möglicherweise grundsätzlich der Gesundheit? "Nein", sagt Professor Peter Vogt, Präsident der Deutschen Gesellschaft für plastische und ästhetische Chirurgie. "Silikonimplantate sind ein Medizinprodukt, und wir haben inzwischen jahrzehntelange Erfahrungen sammeln können."
Trotzdem muss sich jede Frau bewusst sein, dass sie mit einer Brustvergrößerung ein Risiko eingeht. Es gibt eine Anzahl von Gefahren: Kapselfibrose (Verhärtung), Riss, Formverlust der Brust, Wundheilungsstörungen, Blutungen oder mögliche Undichtigkeiten der Implantate. "Zur Zeit besteht kein Hinweis darauf, dass Silikonimplantate das Krebsrisiko erhöhen", so Vogt.
Was Frauen wissen sollten ist, dass der Eingriff mitunter wiederholt werden muss. Im Durchschnitt werden die Implantate nach 15 Jahren ausgetauscht. Manche könnten sicherlich länger im Körper bleiben, dafür werden andere wiederum bereits nach 10 Jahren undicht. Wie lange ein Implantat hält, variiert von Frau zu Frau.
15 Prozent aller Operierten klagt innerhalb der ersten drei Jahre über ein Problem mit den Implantaten. Der häufigste Grund ist, dass die Frauen mit der Form unzufrieden sind, gefolgt von einer Infektion, einer Kapselfibrose, einer Flüssigkeitsansammlung sowie der Ruptur – also einem Riss im Implantat.
Bei den Produkten der Firma Poly Implant Prothèse (PIP) ist das Implantat selbst das Problem. "Bei diesen Kissen ist die Füllung das Schädliche", erklärt Vogt. Die Firma hatte unzulässigerweise billiges Industrie-Silikon verwendet.
Das gesundheitsschädliche Silikon kann aus den Kissen austreten oder einfach durch die Wand diffundieren. Des Weiteren kann auch die Hülle reißen. Das ausgelaufene Silikon sammelt sich in den Lymphknoten und verursacht dort Schmerzen. "Ein direkter Zusammenhang mit dem Auftreten von Krebserkrankungen konnte bisher aber auch bei diesen Implantaten nicht festgestellt werden", so Vogt. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte empfiehlt als Vorsichtsmaßnahme, PIP-Brustimplantate (und identische des niederländischen Herstellers Rofil) zu entfernen.
Sophie Kelm / www.apotheken-umschau.de;
18.01.2012
Bildnachweis: Thinkstock/iStockphoto
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