Ist die Durchblutung in den Arterien, etwa durch eine Arteriosklerose, gestört, hat das auch eine Unterversorgung der feinen Haargefäße, der Kapillaren zur Folge. Aus einer arteriellen Verschlusskrankheit können Schwellungen an einem oder beiden Beinen an der unterversorgten Stelle entstehen. Auch im Rahmen einer Diabeteserkrankung können sich solche sogenannten ischämischen Ödeme entwickeln, allerdings dann häufig von vorneherein an beiden Beinen.
Symptome: Die Schwellungen treten häufig im Fuß- und Knöchelbereich sowie an den Unterschenkeln auf. Die Haut ist oft blass bis bläulich und kalt. Die Beschwerden bessern sich nicht durch Hochlagern, im Gegenteil, sie können sogar noch stärker werden. Als entlastend empfinden Betroffene es eher, die Beine hängen zu lassen.
Die Diagnose einer arteriellen Verschlusskrankheit folgt der Krankengeschichte und Erstuntersuchung. Ultraschallaufnahmen und eine Angiografie geben Aufschluss über den Zustand der betroffenen Arterien. Die Therapie richtet sich nach dem Erkrankungsbild.
Hinter Schwellungen im Bereich der Gelenke wie Knie und Knöchel kann sich eine Gelenkentzündung, etwa eine aktivierte Arthrose, verbergen. Wird der ganze Unterschenkel, mitunter auch das ganze Bein, plötzlich dick, ist neben einer tiefen Venenthrombose auch an eine geplatzte Bakerzyste zu denken. Eine Bakerzyste kann eine Begleiterscheinung bei Gelenkerkrankungen wie einer Kniegelenksarthrose sein. Es handelt sich dabei um einen mit Gelenkflüssigkeit gefüllten Hohlraum in der Kniekehle. Auch allergische Reaktionen, Folgen einer Operation oder einer Verletzung, bei der kleine Venen- oder Lymphgefäße geschädigt wurden, kommen infrage. Je nach Art der Verletzung oder des Eingriffs kommt es hierbei zu Hautrötungen oder zusätzlichen Blutergüssen bzw. Schwellungen an Unterschenkel und Fuß.
Für die Diagnose sind die Krankengeschichte und eine körperliche Erstuntersuchung wegweisend. Häufig schließen bildgebende Verfahren an. Die Therapie richtet sich individuell nach der vorliegenden Erkrankung.
Ein sichtbar vom Fuß bis über den Unterschenkel schmerzhaft geschwollenes Bein könnte in seltenen Fällen auch auf eine Störung im vegetativen sympathischen Nervensystem hinweisen, die sich auf die Gefäßspannung in den kleinen und kleinsten Venen auswirkt. Die Morbus Sudeck oder komplexes regionales Schmerzsyndrom genannte Erkrankung kann nach Verletzungen oder Operationen auftreten. Häufig sind hier auch Hände und Arme betroffen.
Geschwülste und Tumoren gehören ebenfalls zu dem möglichen Ursachen von Schwellungen, die zunächst örtlich begrenzt um den erkrankten Bereich herum auftreten und häufig mit Schmerzen einhergehen. Knochenkrebs entwickelt sich besonders oft am Knie. Bluttests, Röntgen- und Ultraschallaufnahmen sowie im Einzelfall spezielle zusätzliche Untersuchungen geben dem Arzt Aufschluss.
Lähmungen nach einem Schlaganfall rufen nach einiger Zeit Ödeme hervor, die sich über das ganze bewegungsgehemmte Bein erstrecken können.
Andrea Blank-Koppenleitner / www.apotheken-umschau.de;
10.08.2009, aktualisiert am 03.04.2012
Bildnachweis: W&B/LiquidLibrary/ DynamicGraphics
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