Jackie "O" Kennedy trug immer die größten, Heino hat die allermeisten und den Blues Brothers diente ein ganz besonderes Modell als Markenzeichen. Es geht um die Sonnenbrille. Doch der getönte Augenschutz birgt nicht nur optische Reize. In erster Linie soll er unser Sehorgan vor den schädlichen Folgen der UV-Strahlen bewahren.
Die Auswahl ist riesig. Es gibt moderne Modelle, klassische, verrückte, vorteilhafte und nahezu lächerliche Varianten. Der Kunde hat oft Probleme sich in diesem bunten Potpourri zurecht zu finden. Der Augenarzt Dr. Georg Eckert erklärt, worauf beim Sonnenbrillenkauf zu achten ist.
Was macht eine gute Sonnenbrille aus?
Für einen optimalen Schutz muss die Brille das UV-Licht nahezu vollständig herausfiltern. Das gewährleisten nur sehr gute Gläser. Der Kunde erkennt sie an dem CE-Zeichen. Es garantiert einen Mindeststandard der Qualität nach europäischen Normen. Außerdem muss der Käufer auf die anatomische Passform achten. Nur eine gut sitzende Brille verhindert, dass Strahlen von der Seite an das Auge gelangen.
Gibt es auch gute billige Modelle?
Das ist wie in der Lotterie – man kann Glück haben. Aber oft sind die Billigmodelle auch schlecht. Brillen, die teuren Markenprodukten nachempfunden sind, sollte man mit Vorsicht genießen. Auch das CE-Zeichen kann gefälscht sein. Qualität hat eben ihren Preis.
Je dunkler die Gläser, desto höher der UV-Schutz?
Das kann man so nicht sagen. Wenn die Gläser schlecht sind, dann ist die dunkle Tönung sogar schädlich. Im Dunklen erweitern sich die Pupillen automatisch, also kann nun noch mehr Strahlung einfallen und das Auge schädigen. Die Stärke der Tönung muss situativ angepasst sein. Im Gebirge oder am Meer braucht man eine dunklere Brille als in der Stadt. Der Autofahrer muss aufpassen, zu dunkle Gläser können im Tunnel gefährlich werden. Einen guten Kompromiss stellen Brillen dar, die sich entsprechend der Lichtintensität färben.
Schützt eine normale Lesebrille vor Sonnenstrahlung?
Die meisten Modelle haben keinen besonderen UV-Schutz. Also reicht das Tragen in der Regel nicht aus. Es ist egal, ob es sich um Glas- oder Kunststoffgläser handelt. Selbst wenn die Brille die Strahlung teilweise abfängt, von der Seite her sind die Augen nicht geschützt.
Welche Schäden kann die Sonne am Auge verursachen?
Im vorderen Bereich kann sie Verblitzung oder sogar Schneeblindheit hervorrufen. Bei einer extremen Belastung kann es zu einer Trübung der Linse kommen. Das energiereiche Licht kann die sogar Netzhaut verändern.
Ein letzter Tipp?
Wer bemerkt, dass er besonders licht- und blendempfindlich reagiert, sollte möglichst schnell einen Augenarzt aufsuchen. Es kann ein Hinweis darauf sein, dass bereits Veränderungen am Auge vorliegen. Je früher man so etwas behandelt, desto besser.
Sophie Kelm / www.apotheken-umschau;
07.05.2009, aktualisiert am 05.04.2011
Bildnachweis: Thinkstock/Pixland
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