Durchblutungsstörungen können zwar viele Probleme machen, aber keine Makuladegeneration (Foto: Blutdruckkontrolle)
Im Allgemeinen versteht man unter einer Makuladegeneration die sogenannte altersbezogene Makuladegeneration (AMD), die vor allem ältere Menschen ab dem 65. Lebensjahr betrifft und in den industrialisierten Ländern die häufigste Ursache von Sehbehinderungen im Alter darstellt.
Bei einer solchen AMD kommt es zur Ablagerung von Stoffwechselprodukten der Sinneszellen unter die Sinneszellen in der Netzhautmitte und damit zu einer Verdickung der Netzhautmitte. Dadurch werden diese Zellen schlechter mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt. Zudem können "Stoffwechselabfälle" schlechter abtransportiert werden. Rauchen führt unter anderem zu einer verminderten Transportkapazität der roten Blutkörperchen für Sauerstoff, sodass noch weniger Sauerstoff zur Netzhaut gelangt. Cholesterin beeinträchtigt zudem die Viskosität (Fließfähigkeit) des Blutes, und Bluthochdruck führt zur Atherosklerose der Gefäßwände, was ebenfalls den Transport von Sauerstoff und Nährstoffen erschwert. Bei einer Durchblutungsstörung infolge eines Venen- oder Arterienverschlusses sterben jedoch oft Sinneszellen ab, sodass keine Stoffwechselschlacken mehr anfallen und Sauerstoff und Nährstoffe nicht mehr benötigt werden. Eine Makuladegeneration ist daher keine typische Folge einer Durchblutungsstörung.
Prof. Dr. med. Peter Kroll, Dr. med. Steffen Hörle
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03.10.2006, aktualisiert am 09.09.2011
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