Ein deutliches Fremdkörpergefühl, Tränenfluss und das Bedürfnis zu reiben: Schon ein winziges Sandkorn im Auge vermag diese Reaktionen auszulösen. Feinste Nervenfasern durchziehen die Hornhaut, die den empfindlichen Augapfel schützt. Berührungen und kleine Verletzungen können deshalb heftig schmerzen.
Vermehrter Tränenfluss und starker Wimpernschlag sollen den Fremdkörper von der Hornhaut entfernen. Gelingt dies nicht, stellt sich schnell der Drang zu reiben ein. Dieser Versuchung dürfen Sie nicht nachgeben, sonst besteht die Gefahr, die Hornhaut zu verletzen. Das kann nicht nur sehr schmerzhaft werden, sondern auch zu Entzündungen führen.
Gehen Sie vorsichtig vor, wenn ein Staubkörnchen, eine Wimper oder etwas Ähnliches ins Auge gelangt ist. Berühren Sie die Hornhaut dabei auf keinen Fall. Falten Sie ein sauberes Papiertaschentuch, und versuchen Sie, mit der Spitze den Fremdkörper vom Unterlid zur Nase hin aus dem Auge zu wischen. „Häufig rutscht der Fremdkörper unter das Oberlid.
Dann muss man es umklappen und ihn vorsichtig entfernen“, erläutert Dr. Georg Eckert, Augenarzt in Senden. Das überlässt man am besten dem Experten. Hinzu kommt: „Oft sind Fremdkörper so winzig, dass man sie mit bloßem Auge nicht sieht.“ Manchmal bleibt die eigentliche Verletzung sogar unbemerkt. Schmerzen und stark gerötete Augen lassen Betroffene an eine Entzündung denken. Erst die Untersuchung durch den Arzt weist den wahren Auslöser nach.
Beim Hantieren mit Bohrmaschine, Fräse und anderen Heimwerkergeräten kommt es oft zu Augenverletzungen. Dabei können Metallsplitter oder Sandkörnchen mit großer Geschwindigkeit auf den Augapfel prallen und in ihn eindringen. „Solch einen Splitter entfernt der Arzt mit einer speziellen Fräse“, sagt Eckert.
Nach einer schweren Augenverletzung raten Experten zu folgendem Vorgehen: Die Augen mit einem sauberen Tuch abdecken und sich möglichst schnell zum Augenarzt oder in eine Klinik bringen lassen.
Viele Reizungen und ernste Verletzungen der Augen ließen sich durch geeignete Schutzmaßnahmen vermeiden. Am Arbeitsplatz gelten strenge Sicherheitsvorschriften. Doch zu Hause hämmern, bohren, fräsen und schleifen Heimwerker meist ohne Schutzbrille. Geeignete Modelle schirmen das Auge vollständig ab. Auch bei der Gartenarbeit kann eine Schutzbrille sinnvoll sein. Es kommt zum Beispiel nicht selten vor, dass ein Zweig in das Auge schnellt und die Hornhaut verletzt. Radfahrer sollten sich mit einer Sportbrille vor Insekten schützen.
Maria Haas / Apotheken Umschau ;
07.09.2010, aktualisiert am 21.11.2011
Bildnachweis: vario images GmbH & Co. KG/Image Source
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