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Akne
Therapie

In schweren Fällen sollte die Akne von einem Hautarzt behandelt werden. Zur Therapie stehen Ansätze zur Verfügung, die auch miteinander kombinierbar sind


Die richtige Hautpflege: Bei Unreinheiten besonders wichtig

Während es bei leichter Akne genügen kann, Pickeln mit entsprechender Hautpflege vorzubeugen, ist es bei ausgeprägteren Formen sinnvoll einen Arzt aufzusuchen und mit ihm gemeinsam einen Behandlungsplan zu erarbeiten. Er kann je nach Schwere und Ausprägung der Krankheit geeignete Wirkstoffe verordnen und Tipps zu entsprechenden Pflegemaßnahmen geben. Selbst sollte man nicht Hand an die Mitessern legen: Es empfiehlt sich ein Besuch bei einer ausgebildeten Kosmetikerin, die das Problem professionell angehen kann. Bei der Therapie von Sonderformen der Akne, wie Acne venenata und Acne medicamentosa, steht die Vermeidung der Ursachen im Vordergrund.
 
Vorsicht: Pickel im Gesichtsbereich oberhalb der Oberlippe sollte man auf gar keinen Fall selbst ausdrücken! Hier droht aufgrund der Gefäßverbindungen in den Gehirnbereich eine Verschleppung von Keimen sowie ein Verschluss bestimmter Gefäße (Sinusvenenthrombose).

 


Hautpflege

Generell ist es ratsam, die von Akne betroffenen Hautregionen nur mit pH-neutralen und parfümfreien Seifen oder Waschlotionen zu reinigen. Zu häufiges Waschen mit aggressiven Substanzen zerstört das Milieu der Haut und kann zu einer Verschlimmerung der Akne führen.

Nach dem Waschen sollte die Haut auf keinen Fall mit fettigen oder öligen Cremes versorgt werden, da Fette und Öle die Poren verstopfen. Besser geeignet sind Feuchtigkeitscremes auf Wasserbasis, besonders wenn die Haut ausgetrocknet ist. Auch Make-up und Sonnenschutzmittel sollten aus diesem Grund fettfrei sein.

Manchmal entsteht der Eindruck, Sonnenbestrahlung habe einen heilenden Effekt auf Akne. Allerdings scheint das eher darauf zurückzuführen sein, dass Akne auf gebräunter Haut weniger auffällt. Sehr starke Sonnenbestrahlung führt bei den meisten Betroffenen sogar zu einer verstärkten Bildung von Mitessern, Pickeln und Pusteln. Manche der gegen Akne eingesetzten Wirkstoffe sensibilisieren die Haut für UV-Licht, so dass es schneller zu Schäden kommen kann. Daher sollten sich auch Akne-Patienten nicht übermäßig der Sonne aussetzen. Wer feststellt, dass bestimmte Nahrungsmittel sich ungünstig auf die Haut auswirken, sollte seine Ernährung umstellen und die unverträglichen Lebensmittel – wenn möglich – weglassen.

Behandlung mit Medikamenten

Je nach Schweregrad der Krankheit und ob die Entzündung überwiegt oder die übermäßige Talgproduktion und die Verstopfung der Talgdrüsen, wählt der Arzt die passenden Medikamente aus.

Äußerliche Therapie

Äußerlich kann die Akne mit Cremes, Gelen und verschiedenen Lösungen behandelt werden. Diese vermindern die weitere Entzündung und Ausbreitung der Akne. Geeignete Wirkstoffe sind:

 

  • Benzoylperoxid löst die Hornschicht der Haut und wirkt bakterienabtötend.

 

  • Antibiotika bekämpfen die Bakterien, die die Talgdrüsen besiedeln, und wirken dadurch entzündungshemmend.

 

  • Retinoide (Vitamin-A-Säure-Präparate) werden bei Akne leichter und mittlerer Ausprägung äußerlich angewendet. Sie wirken gegen die übermäßige Verhornung der Talgdrüsen und reduzieren so die Bildung von Mitessern. Teilweise hemmen sie auch die Entzündung. Retinoide sind verschreibungspflichtig und haben einige Nebenwirkungen, über die Ihr Arzt sie aufklären wird.

 

  • Azelainsäure reduziert die Verhornung der Talgdrüsen und wirkt antibakteriell.

 

  • Alpha-Hydroxysäuren gehören zu den natürlichen Fruchtsäuren. Sie öffnen die Poren der Haut.

 



Die Pille: Hormonpräparate lindern bei manchen Frauen Akne

Systemische Therapie

Bei schwereren Akneformen kann es nötig sein, Medikamente innerlich (systemisch), also in Form von Tabletten, zu verabreichen. Folgende Wirkstoffgruppen kommen in Frage:

 

  • Hormonpräparate: Bei manchen Frauen bessert sich die Akne unter Einnahme der Antibabypille. Allerdings dauert es einige Monate, bis diese Wirkung einsetzt.

 

  • Antibiotika, welche die Entzündung bekämpfen und antibakteriell wirken.

 

  • Retinoide (Vitamin-A-Säure-Präparate): Retinoide können auch innerlich angewandt werden. Auch dann haben sie natürlich Nebenwirkungen, über die Ihr Arzt sie aufklären wird. Unter anderem können sie Schäden beim ungeborenen Kind hervorrufen, weshalb bei Frauen, die Retinoide anwenden, eine Schwangerschaft ausgeschlossen und eine sichere Verhütung auch noch mindestens drei Monate über das Absetzten der Medikamente hinaus gewährleistet sein muss.


Akne-Narben

Eigentlich gehört es zu den Zielen der Aknebehandlung, erst gar keine Narben entstehen zu lassen. Deshalb ist es so wichtig, nicht selbst an den Pickeln herumzudrücken und Entzündungen mit den geeigneten Medikamenten in Schach zu halten. Ist es trotzdem zu Narben gekommen, gibt es verschiedene Methoden, mit denen diese kaschiert oder beseitigt werden können:
 
Entstellende oder kosmetisch störende Akne-Narben können mit einem stark deckenden Make-up verdeckt werden. Auch Peeling-Methoden, Schleifen, Injektionen von Kollagen und Kortikoiden sowie die Massage des Narbengewebes mit wirkstoffhaltigen Salben werden zur Verbesserung des Hautbilds angeboten. Unter Umständen kann auch eine chirurgische Entfernung größerer Narbenwülste oder eine Laserbehandlung sinnvoll sein. Ob und welche Verfahren für sie in Frage kommen, besprechen Akne-Patienten am besten mit ihrem Arzt.



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www.apotheken-umschau.de; 13.09.2005, aktualisiert am 12.01.2011
Bildnachweis: W&B/Brigitte Sporrer, Jupiter Images GmbH/Creatas

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