banner.jpg
  • Apotheker Dr. Frank Haenel
  • Unterstr. 17
  • 06493 Harzgerode
  •  
  • Telefon: 039484/91679
  • Fax: 039484/91680
  • Kostenlose Servicenr.:
  • 0800/3345566
Anmelden | Registrieren
Drucken

Altersbedingte Makuladegeneration (AMD)
Therapie

Bei der eher schnell fortschreitenden feuchten Form der Makuladegeneration brachte die Entwicklung der Anti-VEGF-Therapie einen Durchbruch in der Behandlung


Gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse bekommt auch den Augen gut

Bei der trockenen AMD geht es mangels wirkungsvoller Behandlungsmöglichkeiten vor allem darum, beeinflussbare Risikofaktoren auszuschalten, also gesund zu leben. Dazu gehört zum einen, sich regelmäßig zu bewegen. Das aktiviert nicht nur den Kreislauf, sondern hilft auch, den Blutdruck, die Blutfettwerte und das Gewicht möglichst im Normalbereich zu halten. Zum anderen geht es um eine gesunde Ernährung. Dabei soll vitaminreiche Frischkost im Vordergrund stehen (siehe auch Kapitel „Tipps für gesunde Augen“). Präparate mit Vitamin C (500 mg), Vitamin E (400 IU; IU = Internationale Einheiten), Zinkoxid (80 mg), Kupferoxid (2 mg) und Beta-Carotin (15 mg) können einer Studie zufolge (AREDS) eventuell dazu beitragen, das Risiko für eine AMD zu senken. Die hohen Dosierungen sind über die Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel nicht zu erzielen. Die „AREDS-Kombination“ kann für Patienten mit besonders hohem Risiko für das Fortschreiten einer trockenen Makuladegeneration infrage kommen. Zum Beispiel dann, wenn jemand bereits an beiden Augen an mittelschwerer trockener AMD erkrankt ist oder wenn er eine fortgeschrittene trockene oder feuchte AMD eines Auges hat. Regelmäßige Überprüfung des zentralen Sehens mit dem Amsler-Gitter-Test und Kontrollen beim Augenarzt können zu erkennen geben, ob Gefahr des Fortschreitens besteht und eine Therapie notwendig erscheint.

Raucher und Ex-Raucher sollen allerdings entsprechende Präparate nicht einnehmen, da Beta-Carotin bei ihnen das Risiko erhöht, an Krebs zu erkranken. Ohnehin ist Rauchen aber tabu, insbesondere natürlich dann, wenn das Risiko für eine altersbedingte Makuladegeneration in der Familie erhöht ist.


Weitere Behandlungswege zielen vor allem auf die feuchte Makuladegeneration, sind aber in ihrer Wirkung begrenzt. Rechtzeitig angewandt, können sie die Erkrankung aufhalten oder verlangsamen, leider aber noch nicht heilen.

Lasertherapie: Mit dem Laser können aussprossende beziehungsweise undichte Gefäßbildungen unter der Netzhaut durch Koagulation verödet werden, sodass an diesen Stellen keine Flüssigkeit mehr austreten kann. Dabei kann allerdings auch gesundes Gewebe der darüberliegenden Netzhaut zerstört werden, was das Sehen unmittelbar verschlechtert. Letztlich kommt diese Therapie für die Minderheit jener Patienten infrage, bei denen die krankhaften Veränderungen am Rand der Makula liegen und sich im Anfangsstadium der Entwicklung befinden.

Fotodynamische Therapie mit Verteporfin: Fotodynamisch bedeutet eine durch Licht vermittelte chemische Reaktion eines Farbstoffes. Dabei werden letztlich Blutgefäße verschlossen, ohne dass Schäden an der Netzhaut entstehen. Bei der fotodynamischen Therapie der AMD wird dem Patienten der Farbstoff Verteporfin in eine Armvene gespritzt. Der Stoff reichert sich nach etwa 20 Minuten an der Innenfläche der neu gebildeten Gefäße an. Dort wird er durch einen Rotlicht-Laserstrahl niedriger Energie einige Sekunden lang aktiviert. In Anwesenheit von Sauerstoff entstehen hochreaktive Sauerstoffteilchen. Es kommt zu einem Verschluss der krankhaften Gefäße. Das umgebende Gewebe wird geschont. Die Sehschärfe kann erhalten, manchmal sogar verbessert werden. Wiederholungen der Therapie können notwendig sein, da sich nicht alle Gefäße auf einmal verschliessen lassen. Die Behandlung kann sich über ein bis zwei Jahre hinziehen.

Zuvor stellt der Augenarzt mittels Fluoreszenzangiografie (siehe oben) die Gefäße am Augenhintergrund dar, um beurteilen zu können, ob die fotodynamische Therapie wirklich die individuell geeignete Therapie ist, da die Gefäßneubildungen unterschiedlicher Art sind und unterschiedlich gut auf die Therapie ansprechen. Gegen Netzhautvernarbungen kann diese Behandlung nichts mehr ausrichten. Etwa fünf Tage dauert es, bis der Farbstoff im Körper vollständig abgebaut ist. So lange müssen die Betroffenen nach einer Therapiesitzung Gesicht und Augen vor Lichteinfluss schützen.

Hemmung der Gefäßneubildung: Der Botenstoff VEGF (Abkürzung für engl. vascular endothelial growth factor) lässt Blutgefäße wachsen. Bei der feuchten AMD ist der Wachstumsfaktor dafür verantwortlich, dass neue Gefäße bis zur Netzhautmitte vordringen. Durch Einrisse in diesen neuen, krankhaften Gefäßen entstehen Blutungen, welche die Makula schädigen. VEGF-Hemmstoffe können das Gefäßwachstum stoppen und die Gefäße abdichten. Die Schwellungen trocknen aus. Die Medikamente werden wiederholt direkt in den Glaskörperraum gespritzt. In Deutschland stehen derzeit die Arzneistoffe Pegaptanib, Ranibizumab (beide für die Behandlung am Auge zugelassen) und Bevacizumab zur Verfügung. Letzterer wird als sogenanntes off-label-Medikament eingesetzt („off label“ bedeutet, dass ein Medikament außerhalb der beantragten und behördlich genehmigten Zulassung für einen Anwendungsbereich verordnet wird). Obwohl Bevacizumab kostengünstiger ist als Ranibizumab, wird die Substanz bislang nur von einigen Krankenkassen, die diesbezüglich mit dem Hersteller eine Vereinbarung abgeschlossen haben, bezahlt. Auch steht momentan noch das Ergebnis einer Studie aus, die beide Medikamente miteinander vergleicht. Der Augenarzt wird entscheiden, welcher Arzneistoff oder welches Verfahren indivduell zur Behandlung am besten geeignet ist.



Lesen dank Lupenbrille: Davon profitieren auch jüngere Menschen mit starker Sehschwäche

Lesehilfen: Professionell angepasste Lesehilfen, die eine deutliche Vergrößerung des Bildes auf der Netzhaut ermöglichen, können Betroffenen mit trockener oder feuchter AMD wieder zum Sehen im Nahbereich und damit zum Lesen, Schreiben oder Verrichten von Arbeiten verhelfen. Dabei macht man sich die noch intakten Bereiche um die Netzhautmitte herum und zum Rand hin – also das äußere Gesichtsfeld – zunutze. Je stärker die Vergrößerung ist, desto kleiner wird allerdings der Bildausschnitt. Daher bedarf es beim Umgang mit solchen Mitteln einer gewissen Übungsphase, Geduld und auch Geschick. Infrage kommen verstärkte Lesebrillen, spezielle Brillen (Lupenbrillen bzw. Fernrohr-Lupenbrillen), Vergrößerungslupen (auch mobile Taschenleuchtlupen mit Batterie oder Akku), Fernrohre (Monokulare zum besseren Erkennen entfernter Objekte im Innenraumbereich, zum Beispiel im Fernsehen) oder auch elektronische Hilfsmittel wie Sprachcomputer und Bildschirm-Lesegeräte. Lesegeräte sind relativ große Apparate und technisch (auch lesetechnisch!) gewöhnungsbedürftig. Ausgesprochenen „Leseratten“, die anders wirklich keine Lebensfreude mehr haben, ist damit natürlich viel geholfen.
 



  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5. 5
  6. 6
  7. 7
  8. 8
  9. 9

www.apotheken-umschau.de; 29.08.2005, aktualisiert am 02.12.2010
Bildnachweis: W&B/Bernhard Huber, PhotoDisc/ RYF

Newsletter abonnieren

Hier können Sie unseren kostenlosen Newsletter abonnieren  »

Gut zu wissen

Augen – stets gute Sicht

Das Sehvermögen ist vielleicht unser wichtigster Sinn. Doch es lässt im Alter oft nach. Zudem können es verschiedene Augenkrankheiten bedrohen. So steuern Sie gegen »

Quiz: Was wissen Sie über die AMD?

Hinter dem Kürzel steckt eine Augenkrankheit: die altersbedingte Makuladegeneration. Kennen Sie sich damit aus? Machen Sie doch einfach unseren Test! »

Makuladegeneration: Welche Mittel bezahlen die Kassen?

Viele Patienten mit der aggressiven Form des Augenleidens wurden jahrelang schlecht versorgt. Das hat sich jetzt geändert »

Weitere Artikel

Alterssichtigkeit (Presbyopie)

Alles über Symptome, Ursachen, Diagnose und Therapien – von Brille über Kontaktlinsen bis Laser  »

Die diabetische Retinopathie

Schäden der Netzhaut gehören zu den häufigsten Folgeerkrankungen eines Diabetes »

Grauer Star (Linsentrübung, Katarakt)

Beim grauer Star beeinträchtigen Linsentrübungen das Sehen  »

Grüner Star (Glaukom)

Beim grünen Star ist der Sehnerv geschädigt. Unbehandelt kann das Auge erblinden »

Kurzsichtigkeit

Kurzsichtige haben Probleme damit, weit entfernte Gegenstände zu erkennen »

Netzhauterkrankung bei Bluthochdruck (Hypertensive Retinopathie)

Die hypertensive Retinopathie ist eine Erkrankung der Netzhaut bei chronisch oder akut zu hohem Blutdruck »

Von A bis Z

Symptome

Suchen Sie hier nach Symptomen und ihren Ursachen alphabetisch von A bis Z »

Augenbeschwerden

Augenschmerzen

Augenschmerzen haben ihren Ursprung meistens im Auge selbst und sind oft mit Sehstörungen verbunden  »

Lidschwellung, Lid- und Gesichtsödem, Lidgeschwulst

Ein verdicktes Lid kann schmerzen, jucken, manchmal sogar gefährlich sein »

Sehstörungen

Sehstörungen sowie Minderung oder Verlust des Sehens sind zentrale Augenprobleme »

Rotes (trockenes) Auge

Ein rotes Auge ist oft auch ein trockenes Auge. Augenschmerzen und Sehstörungen sind Alarmzeichen »

Rat & Infos

Experten-Sprechstunde

Kompaktes Expertenwissen in über 1000 Fragen und Antworten »

Der große Körpercheck

Testen Sie sich online

Überprüfen Sie Ihren Körper interaktiv in Sachen Gesundheit »

Vorsorge-Rechner

Welche Vorsorgeuntersuchung steht Ihnen zu? Unser Online-Rechner sagt es Ihnen »

© Wort & Bild Verlag GmbH & Co KG

Weitere Online-Angebote des Wort & Bild Verlages

Senioren Ratgeber mit Informationen rund um Krankheiten, Medikamente, gesund alt werden, altersgerechtes Wohnen, Pflege und Finanzen
Diabetes Ratgeber mit den Schwerpunkten Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2: Symptome, Behandlung und Ernährung bei Zuckerkrankheit
Baby und Familie mit Themen rund um Schwangerschaft, Geburt, Vorsorge, Kinderkrankheiten, Homöopathie und Erziehung